Märtyrer der Nationalsozialisten

Zum Gedenktag des seligen Seminaristen Bronislaw Kostowski am 27. November. Von Katrin Krips-Schmidt

Der selige Bronislaw Kostowski gehört zu der Gruppe der 108 Märtyrer von Plock, die Papst Johannes Paul II. als Opfer des nationalsozialistischen Regimes am 13. Juni 1999 zur Ehre der Altäre erhob. Unter ihnen befinden sich drei Bischöfe, 52 Diözesanpriester, 26 Ordenspriester, drei Priesteramtskandidaten, acht Ordensfrauen, sieben Laienbrüder und neun Laien. Sie erlitten das Martyrium aus verschiedenen Gründen: Manche, weil sie ihre Verbundenheit mit den Juden zeigten, indem sie beispielsweise jüdische Kinder in einem Kloster versteckten, manche, als sie sich bei der Pflege Typhuskranker selbst infizierten. Andere wiederum wurden einzig und allein wegen ihres Glaubens ermordet – weil sie ein kirchliches Amt ausübten. So auch der Seminarist Bronislaw Kostowski, der am 11. März 1915 im pommerschen Stolp im Königreich Preußen geboren wurde. 1919 zog seine Familie – er war das einzige Kind seiner Eltern – nach Bromberg (Bydgoszcz).

Seine Verehrung für die Gottesmutter führte ihn schon in jungen Jahren in die Marianische Kongregation. 1936 trat er nach dem Abitur in das Priesterseminar in Leslau (Wloclawek) ein. Am 7. November 1939 wurde er gemeinsam mit allen Professoren und den anderen Seminaristen verhaftet. Wenn er darauf verzichten würde, weiterhin Priester werden zu wollen, könnte er frei kommen – dieses Angebot der Gestapo, von seiner Mutter überbracht, lehnte Kostowski jedoch kategorisch ab. Er antwortete darauf: „Eher würde ich den Tod wählen, als der Berufung untreu zu werden, mit der mich Gott beehrt hat.“

Am 16. Januar 1940 wurde er in ein Kloster der Salesianer nach Lad gebracht. Im August deportierte man ihn nach Szczeglin, zwei Tage später ins Konzentrationslager Sachsenhausen, von dort ging es im Dezember desselben Jahres nach Dachau, wo er am 27. September (nach anderen Quellen am 6. August) 1942, an Tuberkulose erkrankt, starb. Sein Leichnam wurde verbrannt.

Papst Johannes Paul II. wollte die vielen Blutzeugen des 20. Jahrhunderts dem Vergessen entreißen – 1994 schrieb er über sie: „In unserem Jahrhundert sind die Märtyrer zurückgekehrt, häufig unbekannt, gleichsam ,unbekannte Soldaten‘ der großen Sache Gottes. Soweit als möglich dürfen ihre Zeugnisse in der Kirche nicht verloren gehen.“