Literatur in Kürze: Mitteilungen Institut Papst Benedikt XVI.: Unbekannte Texte publiziert: Benediktinische Klostergeschichte: St. Walburga in Eichstätt

Der zweite Jahrgang der „Mitteilungen Institut Papst Benedikt XVI.“ bietet, gegliedert in die Rubriken „Quellen“, „Rezeption“, „Diskussion“ und „Das Institut in eigener Sache“, eine Vielzahl unterschiedlicher Texte und Bilder, allesamt das Leben und Wirken Joseph Ratzingers/Papst Benedikts XVI. und seine Erforschung und Erschließung betreffend. Der Heilige Vater autorisierte das Institut Papst Benedikt XVI. zum Druck einiger sehr früher und bislang gänzlich unbekannter Texte aus seiner Feder. So findet man im zweiten Jahrgang der Mitteilungen seinen Brief an die Mitschüler vom 14. Januar 1945, aber auch seine drei Probe-Predigten aus der Zeit der homiletischen Ausbildung unter Pater Gabriel Schlachter OSA in Freising von 1950 und 1951. Sie werden gefolgt von den Primizpredigten für die Mitbrüder Franz Niegel und Franz Niedermayer. Die „Mitteilungen Institut Papst Benedikt XVI.“ sind das Organ der Ratzinger-Forschung in Deutschland. Sie bieten Informationen zu Geschichte und Hintergründen des theologischen Denkens Joseph Ratzingers, ermöglichen Einblicke in die Arbeit des Instituts und begleiten die Edition der Gesammelten Schriften des großen deutschen Theologen. DT/pd

Wie eng die Entwicklung des Klosters St. Walburg mit spannender Zeitgeschichte verbunden ist, zeigt eine neue Publikation, die soeben im Kunstverlag Josef Fink erschienen ist. „Politische Wirren, wirtschaftliche Not, Krisenzeiten der Kirche beeinflussten auch das Leben der Nonnen von St. Walburg“, schreibt die heutige Äbtissin Franziska Kloos in ihrem Vorwort. Und doch gab es immer wieder besondere Zeiten der Blüte und segensreichen Neubeginns. Besonders deutlich wird das in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Einer Zeit der Blüte des Walburgakults mit dem Neubau der Klosterkirche folgte der Dreißigjährige Krieg und der Kampf des Klosters um das Überleben. Nur wenige Jahre nach Kriegsende wiederum konnte der Neubau des Klosters begonnen werden. „Dankbar dürfen wir immer wieder zurückblicken auf die lange Geschichte unserer Abtei, die, obgleich wechselvoll, doch stets von Gottes gnädiger Führung getragen und von der Fürbitte und dem Beispiel der heiligen Äbtissin Walburga begleitet wurde.“ Anlass für die Publikation ist der 1300. Geburtstag der Bistumsheiligen im Februar 2010. Auf gut 150 Seiten sind interessante Details zur fast 1000-jährigen Geschichte der Eichstätter Abtei nachzulesen. Wer weiß schon davon, dass Mitte des 19. Jahrhunderts durch Vermittlung des Ludwig-Missionsvereins drei afrikanische Mädchen im Kloster Zuflucht fanden? Die Mädchen waren zuvor von einem Missionar aus der Sklaverei freigekauft worden, ihre Taufe war in Eichstätt eine Sensation. Spannend zu lesen sind die Kapitel über die Auswanderung einiger Schwestern nach Amerika oder die Schilderung, wie sich das Kloster während des Nazi-Regimes auf eine mögliche Vertreibung vorbereitete: In den USA und in England wurden Niederlassungen gegründet. Eine Benediktinerin mit jüdischer Abstammung konnte die Äbtissin Benedicta von Spiegel im April 1939 in letzter Minute nach England in Sicherheit bringen. Überhaupt kämpfte die Äbtissin Benedicta „mutig und entschlossen“ gegen politische Angriffe. Deswegen konnte sie beim Einzug der amerikanischen Truppen im April 1945 „entscheidend zur Rettung Eichstätts vor der Zerstörung beitragen“. DT/pde