Lehmann: Zahl der Austritte „erschreckend“

Mainz (DT/KNA) Als „erschreckend hoch“ wertet Kardinal Karl Lehmann die Zahl von bundesweit fast 180 000 Austritten aus der katholischen Kirche im vergangenen Jahr. Es bestehe ein deutlicher Zusammenhang mit den Geschehnissen um den Ende März zurückgetretenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und dessen „Bauprogramm“, schreibt der Kardinal in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Beitrag für die Mainzer Bistumszeitung „Glaube und Leben“. Die Kirche habe offenbar, so der langjährige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, einen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust erlitten, wie er selten so heftig vorkomme. Es müsse dafür gesorgt werden, dass Irrwege und Verfehlungen, wie sie ohne Frage um den Bischofssitz von Limburg geschehen seien, sich mindestens in dieser Gestalt nicht wiederholten. Die Alarmglocken müssten viel früher ertönen „und vor allem eine wirksame Aufmerksamkeit erzeugen“. Lehmann geht auch darauf ein, dass der Gottesdienstbesuch mit einem Anteil von 10, 8 Prozent der Katholiken auch im Jahr 2013 wieder rückläufig gewesen sei. Der Kardinal sprach von einem Tiefpunkt. Viele Katholiken hätten keinen lebendigen Kontakt mehr zu ihrer Kirche.