Legionäre Christi kommentieren Vorwürfe nicht

Mexiko-Stadt (DT/KNA) Die Legionäre Christi nehmen „bis auf Weiteres“ nicht zu den jüngsten Vorwürfen eines mexikanischen Rechtsanwaltes gegen ihren Ordensgründer Marcial Maciel Degollado (1920–2008) Stellung. Das erklärte der Pressesprecher des Ordens in Deutschland am Montag gegenüber dieser Zeitung. Der mexikanische Anwalt Jose Bonilla hatte in der vergangenen Woche schwere Vorwürfe gegen Maciel erhoben. Der Priester soll nach Informationen des Juristen bis zu sechs Kinder hinterlassen haben, berichteten mexikanische Medien. Bonilla vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von drei Kindern, die eine rechtliche Anerkennung der Vaterschaft Maciels anstreben sowie Unterhaltsansprüche an die Ordensgemeinschaft prüfen wollen. Papst Benedikt XVI. hatte im März die Apostolische Visitation der Legionäre Christi angeordnet. Im Juli begannen fünf Bischöfe mit der Untersuchung. Der Vatikan hatte den mexikanischen Ordensgründer und Priester Maciel im Zusammenhang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs 2006 gemaßregelt. Außer einer sexuellen Beziehung zu mindestens einer Frau wurde dem Gründer der „Legionäre Christi“ seit den 90er Jahren vorgeworfen, junge Seminaristen missbraucht zu haben. Zudem soll er ihnen die Absolution für gemeinsam begangene sexuelle Handlungen erteilt haben. Das Kirchenrecht sieht dafür die automatische Exkommunikation vor, die nur vom Papst selbst gelöst werden kann. Maciel selbst bestritt die Vorwürfe.