„Lasst uns Gott um die Gnade eines neuen Pfingsten für die Kirche in Amerika bitten“

Die Predigt des Papstes bei der Heiligen Messe in St. Patrick am 19. April in New York

Liebe Brüder und Schwestern in Christus!

Seien Sie alle, die Sie die Bischöfe, die Priester und Diakone, die Männer und Frauen des Ordenslebens sowie die Seminaristen der Vereinigten Staaten repräsentieren, herzlich im Herrn gegrüßt. Ich danke Kardinal Egan für seinen freundlichen Willkommensgruß und die guten Wünsche, die er mir zu Beginn des vierten Jahres meines Pontifikats in Ihrem Namen ausgesprochen hat. Ich freue mich, die Messe mit Ihnen zu feiern, die Sie vom Herrn erwählt worden sind, seinem Ruf geantwortet haben und Ihr Leben dem Bemühen um Heiligkeit, der Verbreitung des Evangeliums und dem Aufbau der Kirche in Glaube, Hoffnung und Liebe widmen. Während wir in dieser historischen Kathedrale versammelt sind, kommen wir nicht umhin, an die zahllosen Männer und Frauen zu denken, die uns vorangegangen sind, die sich für das Wachstum der Kirche in den Vereinigten Staaten eingesetzt und uns ein bleibendes Vermächtnis des Glaubens und der guten Werke hinterlassen haben.

In der heutigen ersten Lesung haben wir gehört, wie die Apostel durch die Kraft des Heiligen Geistes das Haus verließen, um den Völkern aller Länder und Sprachen Gottes große Taten zu verkünden. In diesem Land ist die Mission immer damit verbunden gewesen, „alle Völker unter dem Himmel“ (vgl. Apg 2,5) in eine geistige Einheit einzubeziehen, und den Leib Christi durch ihre verschiedenen Gaben zu bereichern. Lasst uns, während wir für die Segnungen der Vergangenheit Dank sagen und auf die Herausforderungen der Zukunft blicken, Gott um die Gnade eines neuen Pfingsten für die Kirche in Amerika bitten. Mögen Zungen wie von Feuer, welche die glühende Liebe zu Gott und zum Nächsten mit dem Eifer vereinen, das Königreich Christi zu verbreiten, auf alle Anwesenden herabkommen!

„In einer Gesellschaft, in der die Kirche vielen Menschen als legalistisch und ,institutionell‘ erscheint, besteht unsere dringendste Aufgabe darin, die Freude zu vermitteln, die aus dem Glauben und aus der Erfahrung von Gottes Liebe erwächst“

In der zweiten Lesung dieses Vormittags erinnert der heilige Paulus uns daran, dass geistige Einheit – die Einheit, durch welche die Verschiedenheit bereichert und versöhnt wird – ihren Ursprung und ihr höchstes Vorbild im Leben des dreieinigen Gottes hat. Als Gemeinschaft reiner Liebe und unendlicher Freiheit bringt die Heilige Dreifaltigkeit im Schöpfungs- und Erlösungswirken beständig neues Leben hervor. Die Kirche als „das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk“ (vgl. Lumen Gentium, 4) ist dazu aufgerufen, das Geschenk des Lebens zu verkünden, dem Leben zu dienen und eine Kultur des Lebens zu fördern. Hier in dieser Kathedrale denken wir dabei selbstverständlich an das heroische Zeugnis für das Evangelium des Lebens, das die verstorbenen Kardinäle Cooke und O'Connor gegeben haben. Die Verkündigung des Lebens, des Lebens in Fülle, muss im Mittelpunkt der Neuevangelisierung stehen. Denn wahres Leben – unser Heil – kann nur in der Versöhnung, der Freiheit und der Liebe, die Gottes gnadenreiche Gaben sind, gefunden werden.

Das ist die Botschaft der Hoffnung, die zu verkündigen und in einer Welt zum Ausdruck zu bringen wir aufgerufen sind, in der Ichbezogenheit, Habgier, Gewalt und Zynismus so häufig das zaghafte Wachstum der Gnade in den Herzen der Menschen zu ersticken scheinen. Der heilige Irenäus hat mit großem Scharfsinn erkannt, dass das Gebot „Wähle also das Leben!“ (Dt 30,19), das Moses dem Volk Israel auferlegt hat, der tiefste Beweggrund für unseren Gehorsam gegenüber allen Geboten Gottes ist (vgl. Adv. Haer. IV, 16, 2–5). Vielleicht haben wir folgendes aus dem Blick verloren: In einer Gesellschaft, in der die Kirche vielen Menschen als legalistisch und „institutionell“ erscheint, besteht unsere dringendste Aufgabe darin, die Freude zu vermitteln, die aus dem Glauben und aus der Erfahrung von Gottes Liebe erwächst.

Ich freue mich besonders, dass wir uns hier in der St. Patrick's Kathedrale versammelt haben. Sie ist vielleicht mehr als jede andere Kirche in den Vereinigten Staaten als ein „Haus des Gebetes für alle Völker“ (vgl. Jes 56,7; Mk 11,17) bekannt und beliebt. Jeden Tag treten Tausende von Männern, Frauen und Kindern durch ihre Türen ein und finden Frieden innerhalb dieser Mauern. Erzbischof John Hughes, der – wie Kardinal Egan uns in Erinnerung gerufen hat – für die Errichtung dieses ehrwürdigen Gebäudes verantwortlich war, wollte es in rein gotischem Stil erstehen lassen. Er wollte, dass die Kathedrale die junge Kirche in Amerika an die große geistige Tradition erinnern sollte, deren Erbe sie war, und sie dazu anrege, das Beste dieses Erbes in den Aufbau des Leibes Christi in diesem Land einzubringen. Ich würde Ihre Aufmerksamkeit gerne auf einige Aspekte der herrlichen Struktur dieser Kathedrale lenken, die, so denke ich, als Ausgangspunkt für eine Betrachtung unserer besonderen Berufungen innerhalb der Einheit des mystischen Leibes gesehen werden kann.

Der erste Aspekt hat mit den farbigen Glasfenstern zu tun, die das Innere mit mystischem Licht durchfluten. Von außen wirken diese Fenster dunkel, schwer, sogar düster. Doch sobald man die Kirche betritt, werden sie plötzlich lebendig; wenn sie das Licht reflektieren, das durch sie hineinfällt, offenbaren sie ihre ganze Pracht. Viele Schriftsteller – hier in Amerika können wir etwa an Nathaniel Hawthorne denken – haben das Bild von solchem Glas benutzt, um das Geheimnis der Kirche zu beschreiben. Nur von innen, von der Erfahrung des Glaubens her, sehen wir die Kirche, wie sie wirklich ist: von Gnade durchflutet, in strahlender Schönheit, geschmückt mit den mannigfaltigen Gaben des Geistes. Daraus folgt, dass wir, die wir das Leben der Gnade innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft leben, dazu aufgerufen sind, alle Menschen in das Geheimnis dieses Lichts hineinzuziehen. Das ist keine einfache Aufgabe in einer Welt, die dazu neigen kann, die Kirche, wie diese farbigen Glasfenster, „von außen“ zu betrachten: eine Welt, die ein tiefes Bedürfnis nach Spiritualität verspürt, die es jedoch schwierig findet, in das Geheimnis der Kirche „einzutreten“. Selbst für uns drinnen kann das Licht des Glaubens durch Routine getrübt und der Glanz der Kirche durch die Sünde und Schwachheit ihrer Glieder verdunkelt werden. Das Licht des Glaubens kann auch durch die Hindernisse getrübt werden, der es in einer Gesellschaft begegnet, die manchmal Gott vergessen zu haben und selbst über die grundlegendsten Forderungen der christlichen Moral verärgert zu sein scheint. Sie, die Sie Ihr Leben dem Zeugnis für die Liebe Christi und dem Aufbau seines Leibes geweiht haben, wissen aus Ihrem täglichen Kontakt mit der Welt, die uns umgibt, wie groß die Versuchung manchmal ist, der Niedergeschlagenheit, der Enttäuschung und sogar einer pessimistischen Sicht der Zukunft nachzugeben. Mit einem Wort, es ist nicht immer einfach, das Licht des Geistes um uns zu sehen, den Glanz des auferstandenen Herrn, der unser Leben erleuchtet und uns neue Hoffnung gibt, dass er die Welt besiegt (vgl. Joh 16,33).

„Sie alle, die Sie heute diese Kathedrale füllen, wie auch ihre älteren, kranken oder im

Ruhestand lebenden Brüder und Schwestern, die ihre Gebete und Opfer mit Ihrem Einsatz vereinen, sind dazu

aufgerufen, Kräfte der

Einheit innerhalb des Leibes Christi zu sein“

Das Wort Gottes erinnert uns jedoch daran, dass wir im Glauben den Himmel offen sehen und die Gnade des Heiligen Geistes erkennen, die in der Kirche aufscheint und sichere Hoffnung in unsere Welt bringt. „Herr, mein Gott“, singt der Psalmist, „sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde“ (Ps 104,30). Diese Worte erinnern an die erste Erschaffung, als Gottes Geist über den Wassern schwebte (vgl. Gen 1,2). Und sie erwarten die neue Erschaffung, an Pfingsten, als der Heilige Geist auf die Apostel herabgekommen ist und die Kirche als ersten Ertrag einer erlösten Menschheit eingesetzt hat (vgl. Joh 20,22–23). Diese Worte fordern uns zu einem immer tieferen Glauben an Gottes unendliche Macht auf, die jede menschliche Situation verwandeln, Leben aus dem Tod schaffen und selbst die dunkelste Nacht erleuchten kann. Und sie rufen uns einen anderen wunderbaren Satz des heiligen Irenäus in Erinnerung: „Wo die Kirche ist, da ist auch der Geist Gottes; und wo der Geist Gottes ist, dort ist die Kirche und alle Gnade“ (Adv. Haer. III, 24,1).

Das führt mich zu einer weiteren Betrachtung über die Architektur dieser Kirche. Wie alle gotischen Kathedralen handelt es sich um eine äußerst komplexe Struktur, deren genaue und harmonische Proportionen die Einheit von Gottes Schöpfung symbolisieren. Mittelalterliche Künstler haben Christus, das schöpferische Wort Gottes, häufig als himmlischen „Landmesser“ dargestellt, der, mit einem Kompass in der Hand, den Kosmos mit unendlicher Weisheit und Bestimmtheit ordnet. Erinnert uns das nicht daran, dass wir alle Dinge mit den Augen des Glaubens sehen müssen, um sie auf diese Weise in ihrer wahrsten Perspektive zu erfassen, in der Einheit mit Gottes ewigem Plan? Das bedarf, wie wir wissen, der ständigen Wandlung, um „Geist und Sinn zu erneuern“ (vgl. Eph 4,23). Es erfordert auch die Pflege jener Tugenden, die uns ermöglichen, in der Heiligkeit zu wachsen und innerhalb unseres besonderen Lebensstandes geistige Frucht zu bringen. Ist diese anhaltende „geistige“ Wandlung nicht genauso notwendig wie die „moralische“ Wandlung, damit wir im eigenen Glauben wachsen, die Zeichen der Zeit erkennen und unseren persönlichen Beitrag zum Leben und zur Mission der Kirche leisten?

Für uns alle, denke ich, war eine der größten Enttäuschungen, die auf den Aufruf des Zweiten Vatikanischen Konzils nach einem verstärkten Engagement für die kirchliche Mission in der Welt gefolgt ist, die Erfahrung der Spaltung in verschiedene Gruppen, verschiedene Generationen, verschiedene Glieder derselben Glaubensfamilie. Wir können nur vorankommen, wenn wir gemeinsam auf Christus blicken! Im Licht des Glaubens werden wir dann die Weisheit und Kraft erkennen, die notwendig ist, um uns Ansichten zu öffnen, die nicht notwendigerweise mit unseren eigenen Vorstellungen oder Annahmen übereinstimmen mögen. So können wir die Ansichten anderer erwägen, mögen sie jünger oder älter sein als wir selbst, und letztlich hören, „was der Geist“ uns und der Kirche sagt (vgl. Offb 2,7). Auf diese Weise werden wir uns gemeinsam auf jene wahre geistige Erneuerung zubewegen, die das Konzil verlangt hat, eine Erneuerung, welche die Kirche nur in jener Heiligkeit und Einheit stärken kann, die unerlässlich ist, um das Evangelium in der heutigen Welt wirksam zu verkünden.

War nicht die einheitliche Sicht und das einheitliche Ziel – verwurzelt im Glauben und in einem Geist ständiger Wandlung und Selbstaufopferung – das Geheimnis des beeindruckenden Wachstums der Kirche in diesem Land? Wir brauchen nur an die bemerkenswerte Leistung jenes beispielhaften amerikanischen Priesters, des ehrwürdigen Michael McGivney zu denken, dessen Vision und Eifer zur Gründung der Kolumbusritter geführt hat, oder an das Vermächtnis von Generationen von Ordensleuten und Priestern, die in zahllosen Schulen, Krankenhäusern und Gemeinden ihr Leben still dafür eingesetzt haben, dem Volk Gottes zu dienen.

Hier, im Zusammenhang mit unserem Bedürfnis nach einer auf dem Glauben beruhenden Perspektive sowie nach Einheit und Kooperation bei der Arbeit zum Aufbau der Kirche, möchte ich gerne ein Wort zum sexuellen Missbrauch sagen, der so viel Leid verursacht hat. Ich hatte bereits die Gelegenheit, darüber zu sprechen sowie über den Schaden, der für die Gemeinschaft der Gläubigen daraus erwachsen ist. Hier möchte ich Sie, liebe Priester und Ordensleute, während Sie sich darum bemühen, mit christlicher Hoffnung auf die fortgesetzten Probleme zu reagieren, die diese Situation aufwirft, einfach meiner geistigen Nähe versichern. Gemeinsam mit Ihnen bete ich dafür, dass dies für jeden, für jede Teilkirche und jede Glaubensgemeinschaft eine Zeit der Reinigung sein wird und eine Zeit der Heilung. Ich ermutige Sie auch zur Zusammenarbeit mit Ihren Bischöfen, die sich weiter darum bemühen, dieses Problem zu lösen. Möge unser Herr Jesus Christus der Kirche in Amerika ein erneuertes Bewusstsein für die Einheit und das Ziel gewähren, während alle – Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien – in der Hoffnung voranschreiten, in der Liebe zur Wahrheit und füreinander.

Liebe Freunde, diese Erwägungen führen mich zu einer letzten Betrachtung über diese großartige Kathedrale, in der wir uns befinden. Die Einheit einer gotischen Kathedrale ist, wie wir wissen, nicht die statische Einheit eines klassischen Tempels, sondern eine Einheit, die aus der dynamischen Spannung verschiedener Kräfte entsteht, welche die Architektur aufwärts streben und zum Himmel weisen lässt. Auch hier können wir ein Symbol für die kirchliche Einheit sehen, welche – wie der heilige Paulus uns gesagt hat – die Einheit eines lebendigen Leibes ist, der aus vielen verschiedenen Gliedern besteht, die ihre jeweils eigene Rolle und Aufgabe haben. Auch hier sehen wir unseren Bedarf, die Gaben aller Glieder des Leibes „als Offenbarung des Geistes, damit sie anderen nützt“ (1 Kor 12,7), anzuerkennen und zu ehren. Natürlich muss innerhalb der gottgewollten Struktur der Kirche zwischen hierarchischen und charismatischen Gaben unterschieden werden (vgl. Lumen Gentium, 4). Doch die Vielfalt und der Reichtum an Gnaden, die der Geist gewährt, fordern uns ständig dazu auf, zu erkennen, wie diese Gaben im Dienst für den kirchlichen Auftrag richtig geordnet werden müssen. Sie, liebe Priester, sind durch die sakramentale Weihe Christus, dem Haupt des Leibes, gleichförmig gemacht worden. Sie, liebe Diakone, sind zum Dienst an diesem Leib geweiht worden. Sie, liebe Ordensmänner und Ordensfrauen sowohl der kontemplativen als auch der apostolischen Orden, haben ihr Leben geweiht, um dem göttlichen Meister in selbstloser Liebe und vollkommener Hingabe an sein Evangelium nachzufolgen. Sie alle, die Sie heute diese Kathedrale füllen, wie auch ihre älteren, kranken oder im Ruhestand lebenden Brüder und Schwestern, die ihre Gebete und Opfer mit Ihrem Einsatz vereinen, sind dazu aufgerufen, Kräfte der Einheit innerhalb des Leibes Christi zu sein. Durch Ihr persönliches Zeugnis und Ihre Treue zum Dienst oder zu der apostolischen Aufgabe, die Ihnen anvertraut sind, bereiten Sie dem Geist einen Weg. Denn der Geist hört niemals auf, seine reichen Gaben auszugießen, neue Berufungen und Missionen zu erwecken und die Kirche – wie unser Herr im Evangelium des heutigen Vormittags versprochen hat – in die Fülle der Wahrheit zu führen (vgl. Joh 16,13).

„Lassen Sie uns Unrecht vergeben, das wir

erlitten haben, und Zorn und Streit beilegen. Lassen Sie uns als Erste die Demut und Reinheit des Herzens zeigen, die erforderlich sind,

um dem Glanz von

Gottes Wahrheit

nahezukommen“

Lassen Sie uns also den Blick nach oben richten! Und lassen Sie uns den Geist voller Demut und Vertrauen bitten, uns jeden Tag zu erlauben, in der Heiligkeit zu wachsen, die uns in dem Tempel, den er selbst jetzt inmitten unserer Welt errichtet, zu lebendigen Steinen machen wird. Wenn wir wirkliche Kräfte der Einheit sein sollen, dann lassen Sie uns die Ersten sein, die durch Buße nach innerer Versöhnung streben. Lassen Sie uns Unrecht vergeben, das wir erlitten haben, und Zorn und Streit beilegen. Lassen Sie uns als Erste die Demut und Reinheit des Herzens zeigen, die erforderlich sind, um dem Glanz von Gottes Wahrheit nahezukommen. Lassen Sie uns, in Treue zu dem Glaubensgut, das den Aposteln anvertraut wurde (vgl. 1 Tim 6,20), frohe Zeugen der verwandelnden Kraft des Evangeliums sein!

Liebe Brüder und Schwestern, mögen Sie in der besten Tradition der Kirche dieses Landes auch die ersten Freunde der Armen, der Obdachlosen, der Fremden, der Kranken und aller, die leiden, sein. Handeln Sie als Licht des Glaubens, das das Licht Christi in alle Welt ausstrahlen lässt und die jungen Menschen ermutigt, die Schönheit eines Lebens zu entdecken, das ganz dem Herrn und seiner Kirche geschenkt wird. Diese Bitte richte ich im besonderen an die vielen Seminaristen und jungen Ordensleute, die hier anwesend sind. Sie alle haben einen besonderen Platz in meinem Herzen. Vergessen Sie nie, dass sie dazu berufen sind, mit all der Begeisterung und Freude, die der Geist Ihnen geschenkt hat, ein Werk fortzusetzen, das andere begonnen haben, ein Vermächtnis, das auch Sie eines Tages einer neuen Generation weiterreichen werden müssen. Wirken Sie selbstlos und voller Freude, denn Sie dienen dem Herrn!

Die Türme der St. Patricks Kathedrale stehen im Schatten der Wolkenkratzer von Manhattan, doch im Herzen dieser geschäftigen Großstadt erinnern sie auf lebendige Weise an die ständige Sehnsucht des menschlichen Geistes, sich zu Gott zu erheben. Wir wollen, während wir die Eucharistie feiern, dem Herrn danken, dass er uns erlaubt, ihn in der Gemeinschaft der Kirche zu erkennen, am Aufbau seines mystischen Leibes mitzuwirken und den Männern und Frauen unserer Tage sein erlösendes Wort als frohe Botschaft zu bringen. Lassen Sie uns, wenn wir diese großartige Kirche verlassen, als Boten der Hoffnung in diese Stadt und an jeden Ort gehen, an den Gottes Gnade uns gestellt hat. Auf diese Weise wird die Kirche in Amerika einen neuen geistigen Frühling erleben und den Weg zu jener anderen, größeren Stadt, dem neuen Jerusalem weisen, deren Licht das Lamm ist (vgl. Offb 21,23). Denn dort bereitet Gott auch jetzt für alle Menschen ein Festmahl ewiger Freude und ewigen Lebens. Amen.