„Lasst euch mit Gott versöhnen“

Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg ermutigt zur Beichte. Von Sebastian Pilz

Am zweiten Katechesentag des Weltjugendtages in Krakau war der Augsburger Weihbischof Florian Wörner in der Kirche von Mislowice zu Gast. Er dachte mit den Jugendlichen darüber nach, wie sie sich von der Barmherzigkeit Gottes berühren lassen können. Dabei verglich er das Glaubensleben mit einer Ballonfahrt, die er einmal gemacht hatte. „Gott möchte unserem Leben Höhe und Niveau verleihen“, sagte Wörner. In Momenten, wo man dagegen ausgelaugt sei und sich verzettele, könne man sicher sein: „Da ist Gott schon nach uns auf der Suche und will, dass wir ihn finden.“

Dabei verneige er sich aber vor der Freiheit des Menschen, so dass jeder ihm auch sein Herz öffnen müsse. Solche Berührungspunkte für Gott könne eine Bibellesung, das regelmäßige Gebet und die Beichte sein. Weihbischof Wörner berichtete von Papst Franziskus, der nach einer Beichte als 17-Jähriger komplett sein Leben veränderte. „Ihn hatte damals der erbarmende, liebende und erwählende Blick Gottes bis ins Mark getroffen“, so Wörner.

Ehrlich berichtete Florian Wörner auch in der Predigt, wie er noch bis ins Studium hinein Probleme mit dem Beichten gehabt habe. „Aber ich habe dann allen Mut zusammengenommen und gespürt, dass die Beichte mein Niveau im Glauben und im Leben hebt, wie ein Ballon. Nach einer kurzen Vorbereitung für die Beichte mit fünf „B“, die Besinnung, Bereuen, Bessern, Bekennen und Buße brauche, ermutigte er die Jugendlichen: „Lasst euch mit Gott versöhnen.“

Nach der Katechese und der Heiligen Messe brachen viele Kleingruppen nach Krakau auf, wo die Jugendlichen am Nachmittag Papst Franziskus im Blonia-Park willkommen hießen. In Krakau angekommen, erwartete die Pilger wieder ein buntes Treiben. Einige erhaschten auch einen Blick in die Straßenbahn, mit der der Papst zum Veranstaltungsgelände fuhr. Eine Kleingruppe besuchte auch das Heiligtum von Johannes Paul II. und der heiligen Schwester Faustina im Süden von Krakau. Wieder andere sparten sich die weite Anreise nach Krakau und verfolgten das Geschehen auf einer Großbildleinwand in Mislowice.

Einer von ihnen war Daniel Stehling mit seiner Kleingruppe aus dem Kinzigtal. Er lobte die Veranstaltung in Mislowice. „Die Stimmung dort ist ausgezeichnet und durch die vielen Pilger aus den unterschiedlichen Nationen entsteht auch im Park von Mislowice ein Weltjugendtag im Kleinen. Zudem gibt es gute Musik, gute Stimmung und herzliche Gastgeber.“