Lange Suche nach Seelenfrieden

Zum Gedenktag der seligen Josephina Vannini am 23. Februar. Von Katrin Krips-Schmidt

Andachtsbild der seligen Josephina. Foto: IN
Andachtsbild der seligen Josephina. Foto: IN

Wie nach mehreren Etappen letztlich die erfüllende Endstation erreicht wird, darüber berichtet der bisweilen leidensvolle Lebensweg der Gründerin der Kongregation der Töchter des heiligen Kamillus, Josephina Vannini.

Am 7. August 1859 als mittleres von drei Kindern in Rom geboren, wurde sie schon in jungen Jahren Vollwaise. Ihre Kindheit verbrachte die kleine Josephina im römischen Waisenhaus der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul, wo sie sich schon früh – seit 1873 – als sie die Sakramente der Firmung und der Erstkommunion empfing, zum Ordensstand berufen fühlte. 1883 trat sie in das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Siena als Postulantin ein, das sie jedoch wegen Gesundheitsproblemen wenige Wochen später wieder verlassen musste. Einen zweiten Versuch, ihr Noviziat seit 1884 weiterzuführen, musste sie 1888 endgültig wegen ihrer schwachen Gesundheit aufgeben. 1891 lernte sie bei einem Exerzitienkurs den Generalprokurator der Kamillianer in Rom kennen. Pater Luigi Tezza machte Josephina Vannini ein Angebot, das sie nach einiger Bedenkzeit schließlich annahm: die Gründung eines weiblichen Zweiges der Kamillianer, der sich vor allem um Kranke und Sterbende kümmern sollte. Endlich hatte Schwester Josephina ihre wahre Bestimmung gefunden: „Bevor ich Pater Tezza begegnet bin, fühlte ich mich allein, von allen verlassen, und fand weder Ruhe noch Frieden. Von dem Tag an, als ich das Glück hatte, mit ihm sprechen zu dürfen, und er mich einlud, für die Gründung der Töchter des heiligen Kamillus zu arbeiten, legte sich ein unendlicher Friede über meine Seele, und mein Herz war so leicht wie nie zuvor.“

Schwester Josephina leitete die 1892 gegründete Gemeinschaft, deren Regeln 1909 anerkannt wurden, trotz ihrer häufigen Krankheiten. Sie eröffnete Häuser in Deutschland, Polen, Spanien, Kolumbien, Brasilien, Indien, Italien, Frankreich, Belgien, Argentinien und Afrika. Als sie am 23. Februar 1911 im Alter von nur 52 Jahren nach langer Krankheit in Rom verstarb, hinterließ sie ihren Orden mit 126 Töchtern des heiligen Kamillus. Josephina Vannini wurde am 16. Oktober 1994 von Johannes Paul II. seliggesprochen.