Landsberg: Ausstellung über Jesuiten in China

Landsberg am Lech (DT/KNA) Mit der Jesuitenmission in China befasst sich eine Ausstellung ab 1. April im Neuen Stadtmuseum in Landsberg am Lech. Bis 21. Mai können Besucher einen Nachbau des Pekinger Jesuiten-Friedhofs besichtigen und die Lebenswege europäischer Jesuiten nachverfolgen, die im 17. und 18. Jahrhundert am kaiserlichen Hof in China bis in höchste Staatsämter aufstiegen. So wurde der Landsberger Mathematiker Ignaz Kögler (1680–1746) Direktor der kaiserlichen Sternwarte. Mit seinem chinesischen Namen Dai Jinxian – „der in Tugend Voranschreitende“ – genoss Kögler als Mandarin hohes Ansehen in Peking, obwohl er erst dort ankam, als die Christenverfolgungen begannen. Gezeigt werden in der Ausstellung der Stadt Ingolstadt auch Objekte aus Landsberger Beständen, darunter astronomische Messinstrumente oder Kupferstiche aus dem ehemaligen Jesuitenkolleg. Die Mission im Reich der Mitte war, so die Museumsankündigung, „der Versuch zweier Hochkulturen, sich auf Augenhöhe zu begegnen“. Auf päpstliche Anordnung habe die Professoren-Elite europäischer Universitäten ihr Wissen in Astronomie, Physik und Landvermessung an den chinesischen Hof gebracht. Umgekehrt hätten ihre Berichte die Grundlage für das europäische Wissen über das Reich der Mitte gebildet.