„Kultur der Wahrheit“

Maria Vesperbild: Pappenberger appelliert an Politiker

Ziemetshausen (DT/pd) Mehrere tausend Gläubige haben am Pfingstsonntagabend im Wallfahrtsort Maria Vesperbild am Pontifikalamt mit anschließender Lichterprozession teilgenommen. Unter den Pilgern waren Bayerns Justizministerin Beate Merk, der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Der aus Regensburg angereiste Zelebrant Weihbischof Reinhard Pappenberger ermutigte die Gläubigen in seiner Predigt zu einer „Kultur der Wahrheit und des Hinschauens“, auch wenn die „Wahrheit manchmal wehtut und es Mut erfordert, sie auszusprechen“. Mit Bezug auf die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ des Zweiten Vatikanischen Konzils erinnerte Pappenberger daran, dass der Heilige Geist als der „Aufdecker“ und der „Überführer“ beschrieben werde, der auch unbequeme, aber gerade dadurch heilsame Wahrheiten ins Licht rücke.

Pappenberger verwies auf ein Vesperbild in der Straubinger Karmeliterkirche, das den Namen „Maria in den Nesseln“ trägt: „Die Wahrheit kann brennen, denn sie verweist mit der Erkenntnis, wie leicht der Einzelne zum Bösen neigt, auf etwas, das der Mensch nicht gerne anschaut. Aber gerade dort liege die Chance zum Heil. Beim anschließenden Empfang im Pilgerhaus ermutigte er die anwesenden Politiker, sich in diesem Sinne „auch einmal in die Nesseln zu setzen“. Den „Mittelschwäbischen Nachrichten“ zufolge erklärte die Justizministerin, sie fühle sich durch den Bischof bestärkt, die Finger in die Wunden der Gesellschaft zu legen, um eine Stimme für Hilflose und Schutzbedürftige zu sein.