„Kontaktstelle zum Himmel“

Internationale Schönstatt-Bewegung gibt Informationen zum 100-jährigen Jubiläum bekannt

Vallendar (clm) 2014 wird Schönstatt 100. Die geistliche Gemeinschaft mit ihrem Ursprungsort in Schönstatt, einem Stadtteil von Vallendar am Rhein, feiert diesen Geburtstag ein ganzes Jahr lang. Verantwortliche der Bewegung gaben nun Details zum Jubiläumsjahr bekannt. Das Festjahr wird am 18. Oktober 2013 mit einer internationalen Feier mit Stanislaw Kardinal Rylko, Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien, und einem dreitägigen Fest der deutschen Schönstatt-Bewegung eröffnet.

Kardinal Rylko betritt am Abend des 18. Oktobers als erster Pilger die Marienkapelle und öffnet deren Türen symbolisch für alle Pilger aus der ganzen Welt. Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Mitglied der Schönstatt-Bewegung, und der Apostolische Nuntius in Deutschland, Jean-Claude Périsset, feiern im Rahmen des Eröffnungsfestes Gottesdienste. Neben den deutschen Pilgern werden auch Christen aus aller Welt, etwa aus Chile, Peru, Polen, Indien und den Philippinen, an den Feierlichkeiten teilnehmen. Am Abend des 19. Oktobers wird das Musical „Auf dem Hochseil“ von Wilfried Röhrig und Hans-Werner Scharnowski uraufgeführt. Das Musical zeichnet die Entstehungsgeschichte Schönstatts nach und wirft einen Blick auf die Lebensgeschichte des Gründers Pater Josef Kentenich. Es soll im Jubiläumsjahr mehrmals aufgeführt werden.

Der Leiter der Schönstatt-Bewegung Deutschland, Pater Lothar Penners, brachte seinen Dank für die fruchtbare Entwicklung Schönstatts zum Ausdruck. Seit der Gründungsstunde am 18. Oktober 1914 seien aus der kleinen Gruppe junger Männer, die der Gründer der Bewegung, der Pallottinerpater Josef Kentenich, damals versammelt hatte, über zwanzig Teilgemeinschaften entstanden. „Die Schönstattheiligtümer in aller Welt schenkten Hunderttausenden von Menschen eine Art Tabor-Erfahrung heute; nichts anderes als die Erfahrung von Gegenwart und Wirksamkeit des Geistes.“ Maria habe sich in dieser Zeit als „Kontaktstelle zum Himmel“ erwiesen. Das ganze Jubiläumsjahr über werden in Schönstatt Pilgergruppen aus unterschiedlichen Ländern erwartet. An verschiedenen Schönstattzentren gibt es eigene Jubiläumsfeiern. Jugendliche tragen außerdem eine Fackel über 1 800 Kilometer vom italienischen Pompeji über Rom nach Vallendar/Schönstatt.

Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist eine internationale Wallfahrt, zu der im Oktober 2014 etwa 10 000 Menschen in Schönstatt erwartet werden. „Wir wünschen uns, dass alle, die am 16. bis 19. Oktober kommen werden, die Erfahrung einer ganz aktiven und missionarischen Kirche machen werden. Es soll ein internationales und multikulturelles Fest des Glaubens mit Menschen aus vielen Sprachen und Nationen sein“, erklärte Pater Stefan Strecker, Koordinator im Organisatorenteam. Die zentralen Feiern würden über den katholischen Sender EWTN weltweit und live übertragen. „Wir hoffen, dass mit den vielen Familien mit Kindern und vielen jugendlichen Christen ein lebendiges Flair entsteht, wie wir es durch die großen Weltjugendtage und Weltfamilientage in der katholischen Kirche kennen. Nach den Tagen in Schönstatt reisen viele Pilger in einem zweiten Wallfahrtsteil nach Rom weiter, um am 25. Oktober 2014 – so hoffen es die Organisatoren – Papst Franziskus zu begegnen.

Die Schönstatt-Bewegung ist nach eigenen Angaben in mehr als 110 Ländern tätig. Weltweit gebe es etwa 200 Zentren mit einem originalgetreuen Nachbau der Marienkapelle am Ursprungsort Vallendar. Die Bewegung, die aus mehr als 20 Teilgemeinschaften besteht, habe etwa 140 000 Mitglieder, die durch verschiedene Projekte, etwa die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter, rund fünfzehn Millionen Christen erreichen. Zahlreiche Mitglieder der Bewegung engagieren sich in sozialen Projekten, kirchlichen Initiativen und in der Zusammenarbeit mit anderen geistlichen Gemeinschaften. Im Zentrum der Spiritualität Schönstatts steht das sogenannte „Liebesbündnis“ mit der Mutter Jesu, Maria. Als Fürsprecherin soll sie in eine lebendige Gottesbeziehung hineinführen.