Komplikationen im Fall eines „Kirchenaustritts“

Regensburg/Augsburg (DT/KNA) In Bayern sorgt der Fall eines vermeintlichen Kirchenaustritts für Komplikationen. Das Bistum Regensburg sieht den Austritt des in Altomünster ansässigen Ingenieurs Andreas Janker nunmehr als „nicht gegeben“ an, wie Bistumssprecher Clemens Neck am Donnerstag auf Anfrage erklärte. Grund seien Formfehler in der Austrittserklärung. Ein am 17. Dezember 2009 im Taufregister erfolgter Vermerk über den Austritt werde wieder gestrichen. Das Standesamt hätte Jankers Erklärung nicht annehmen dürfen, so der Sprecher. Das Bistum Augsburg, in dem Janker wohnt, will nach Auskunft seines Rechtsreferenten Klaus Donaubauer bei der Gemeinde Altomünster eine Rücknahme der Austrittseintragung im staatlichen Melderegister erreichen. Nach bayerischem Recht darf ein Kirchenaustritt „nicht unter einer Bedingung, einer Einschränkung oder einem Vorbehalt erklärt werden“. Die Standesbeamten sind gehalten, inhaltlich unbestimmte Austrittserklärungen abzuweisen. Janker gab an, er habe von seiner Gemeinde die Auskunft erhalten, dass seine Erklärung wirksam sei. Der Ingenieur hatte im Standesamt seines Wohnorts den Wunsch bekundet, aus der „Körperschaft des öffentlichen Rechts römisch-katholische Kirche“ auszutreten. Nach eigenen Worten fühlt er sich der Kirche als Glaubensgemeinschaft weiterhin zugehörig und will seinen Austritt auf die Körperschaft beschränken.