Kommentar: Synodale Sackgasse

Mindestens ein Ergebnis des „Synodalen Wegs“ steht bereits fest. Der Prozess in seiner geplanten Form wird zu einer weiteren Vertiefung von Gräben führen.

Bischöfe beraten über "Synodalen Weg"
Die Anführer auf dem „Synodalen Weg“ scheinen davon auszugehen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis irgendwann alle am gewünschten Ziel ankommen. Foto: Harald Oppitz (KNA)

Kardinal Reinhard Marx und ZdK-Präsident Thomas Sternberg können noch so sehr das Gegenteil beteuern: Mindestens ein Ergebnis des „Synodalen Wegs“ steht bereits fest. Der Prozess in seiner geplanten Form wird zu einer weiteren Vertiefung von Gräben führen. Darüber kann auch eine vorgeblich ergebnisoffene Debatte nicht hinwegtäuschen.

Es wird schon über Minderheitenvoten diskutiert

Es ist kein Geheimnis, dass es in der Kirche in Deutschland solche gibt, die sich vielfältige Reformen wünschen und jene, die sich an Tradition und Lehre halten. Soweit man absehen kann, werden die synodalen Beratungen nicht zu mehr Verständigung führen. Im Gegenteil: Die Vorsitzenden von Bischofskonferenz und Zentralkomitee der Katholiken machen sehr deutlich, dass sie damit schon gar nicht mehr rechnen. Davon zeugt, wenn sie, noch bevor überhaupt die Fragenkataloge feststehen, schon über Minderheitenvoten diskutieren.

Eine noble Geste, wie man sie aus höchstrichterlichen Entscheidungen kennt, am Ende aber auch kaum mehr. Ohnehin scheinen die Anführer auf dem „Synodalen Wegs“ davon auszugehen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis irgendwann alle am gewünschten Ziel ankommen. So bemerkte Sternberg am Freitag, dass er es für weniger dramatisch halte, wenn „es am Ende ein Bistum gibt, in dem ein Beschluss eine Zeit lang nicht umgesetzt wird“.

Einstimmigkeit wird beim "Synodalen Weg" nicht zu erreichen sein

Selbstredend haben Sternberg und Marx Recht, dass Einstimmigkeit nicht zu erreichen sein wird, gerade nicht in den gestellten Fragen. Zur Ergebnisoffenheit gehört es aber auch, die abzusehende Minderheitenmeinung nicht von vornherein zur Unterlegenen zu erklären. Der „Synodale Weg“ darf, wie Papst Franziskus in seinem Brief an die deutschen Katholiken mahnt, „nicht von vornherein den Versuchungen erliegen“, die uns „in vorgefassten Schemata und Mechanismen festhalten, die in einer Entfremdung oder einer Beschränkung unserer Mission enden“.