„Kleineres Übel“

Steyler Missionare befürworten Schuldenschnitt bei Solarworld

Sankt Augustin (DT/KNA) Die Steyler Missionare haben ihre Zustimmung zum Schuldenschnitt bei der Bonner Solartechnik-Firma Solarworld gerechtfertigt. Die Gläubiger hätten sich für das „kleinere Übel entschieden“, sagte Missionsprokurator Pater Konrad Liebscher am Dienstag in Sankt Augustin. „Hätten sie nicht zugestimmt, dürfte die Insolvenz nach eigener Einschätzung von Solarworld kaum zu vermeiden sein.“ Dann würden vielleicht nur noch zehn Prozent der Anleihe zurückgezahlt, so der Ordensmann.

Die Steyler Missionare sind nach eigenen Angaben über ihre Arnold-Janssen-Stiftung mit 700 000 Euro bei einer Anleihe von Solarworld engagiert. Solarworld hat nach Presseberichten mehr als 900 Millionen Euro Schulden. Das Unternehmen hatte am Montag und Dienstag Gläubiger zu einem Schuldenschnitt von 55 Prozent bewegt.

Liebscher verwahrte sich gegen Presseberichte im Sinne von „Orden im Minus“. Der Orden sei „zunächst einmal überhaupt nicht betroffen“, sagte er. Auch die Steyler Bank führe in ihrem Eigendepot keine Solarworld-Titel. Somit seien auch deren Kunden nicht betroffen. „Durch die jüngsten Ereignisse ist eben nur eine Schenkung an unsere Dachstiftung belastet worden.“

Für die Zukunft sei lediglich mit weniger Erträgen zu rechnen. Ein Spender habe der Arnold-Janssen-Stiftung sein Wertpapierdepot als Schenkung übertragen, erläuterte Liebscher. Darin sei eine Wertpapieranleihe „Solarworld“ enthalten. Das Depot sei „konservativ aufgestellt“, sein Management liege noch immer in den Händen einer Vertrauensperson des Spenders. Die 2003 gegründete Stiftung fördert weltweit Hilfsprojekte und Initiativen. Diese dienen im Sinne des Ordensgründers, des 2003 heiliggesprochenen Arnold Janssen Notleidenden und Bedürftigen. Es handelt sich den Angaben zufolge um eine sogenannte Dachstiftung, in der Stifter eigene Stiftungen anlegen können.