Klagen über Intoleranz

UN-Beauftragte zur Lage der Christen und Juden im Heiligen Land

Jerusalem (DT/KNA) Die Berichterstatterin der Vereinten Nationen für Religions- und Glaubensfreiheit, Asma Jahangir, hat bei einem Besuch in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten vor dem Erstarken von konservativen religiösen Strömungen gewarnt. Einem Bericht der Tageszeitung „Haaretz“ (Mittwoch) zufolge würden Frauen im Gazastreifen gezwungen, ihren Kopf zu bedecken; Christen beklagten sich über zunehmende Intoleranz, so Jahangir. Frauen treffe „die größte Bürde religiösen Eifers“: Jahangir berichtete auch über ungesühnte Ehrenmorde im Namen der Religion. Im Gespräch mit Oberrabbiner Schlomo Amar äußerte Jahangir laut „Haaretz“ Erstaunen darüber, dass Frauen nicht an rabbinischen Gerichten dienen dürften. Sie habe zudem beklagt, dass allein bei orthodoxen Rabbinern vollzogene Religionsübertritte zum Judentum anerkannt würden. Andere jüdische Strömungen blieben ausgeschlossen. Ebenso kritisierte die UN-Beauftragte bei einer Begegnung mit Religionsminister Jitzhak Cohen das Fehlen von Standesämtern in Israel. So blieben etwa 200 000 Personen von der Möglichkeit einer Eheschließung ausgeschlossen, da sie „keiner offiziellen Religion angehören“. Jahangir wörtlich: „Zum Recht auf Religionsfreiheit gehört auch das Recht, nicht zu glauben.“ Es gebe jedoch keine Religionsverfolgung in Israel.