Kirchenhistoriker Gatz am Vatikan beigesetzt

Vatikanstadt (DT/KNA) Erwin Gatz, langjähriger Rektor des deutschsprachigen Priesterkollegs in Rom, ist am Freitag auf dem Friedhof des Campo Santo Teutonico beigesetzt worden. Die Totenmesse feierte Kardinal Zenon Grocholewski, Präfekt der vatikanischen Bildungskongregation, der das Kolleg untersteht. Papst Benedikt XVI. würdigte in einer von seinem Privatsekretär Prälat Georg Gänswein verlesenen Botschaft die Verdienste des Verstorbenen als Seelsorger und Wissenschaftler. Als „Mann der Tat“ habe Gatz ohne langes Zögern offene Fragen umgesetzt. Er habe der Priestergemeinschaft des Päpstlichen Kollegs sowie der sie tragenden Erzbruderschaft seine Prägung gegeben. Der Kirchenhistoriker war am 9. Mai, fünf Monate nach seiner Pensionierung, mit 78 Jahren an einem Herzstillstand gestorben. Er hatte die römische Einrichtung 35 Jahre lang geleitet. Gatz habe den Campo Santo als wissenschaftliche Ausbildungsstätte auf ein hohes Niveau geführt, betonte Grocholewski bei der Messe. Der Kardinal leitete das Requiem gemeinsam mit dem Augsburger Bischof Konrad Zdarsa und Kurienbischof Josef Clemens, die beide früher dem Kolleg angehörten. Für Gatz' Heimatbistum Aachen konzelebrierte Generalvikar Manfred van Holtum. Zudem nahmen die deutschen Kurienkardinäle Walter Kasper und Walter Brandmüller sowie rund 30 in Rom tätige Geistliche teil. Van Holtum verwies auf die enge Bindung, die Gatz auch während seiner römischen Jahre zu seinem Heimatbistum unterhalten habe. Seit seiner Pensionierung lebte der Kirchenhistoriker in Aachen und engagierte sich dort wieder in der Seelsorge.