Kirche in Ostdeutschland: lebensfremde Debatten

Christian Hirte, Ostbeauftragter der Bundesregierung, beklagt, dass die Kirche im Osten oft Dinge thematisiere, die Menschen im Alltag nicht über die Maßen beschäftigten.

Ostdeutsche wollen nicht als Jammer-Ossis wahrgenommen werden
Ein verwitterter Schriftzug in Magdeburg: Auch 28 Jahre nach der Deutschen Einheit sind scheinbar manche Wunden noch nicht verheilt. Foto: dpa

Viele Ostdeutsche empfinden die von Kirchen oft angestoßenen politischen Debatten als lebensfremd. Dieser Meinung ist Christian Hirte, stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Thüringen. Bei der Frage, ob christliche Positionen im Osten überhaupt eine Rolle spielen, komme es darauf an, was genau man darunter verstehe, erklärt Hirte im Gespräch mit der „Tagespost“.  Zwischen Kardinal Woelki und Margot Käßmann liege eine große Bandbreite an Dingen, die die Kirche thematisieren wolle. „Manches davon sind wahrscheinlich Themen und Positionen, die Menschen im Alltag nicht über die Maßen beschäftigen“, so der verheiratete Katholik und Vater dreier Kinder.

Auf die Frage, ob die Areligiosität vieler Ostdeutscher zu Ängsten vor muslimischen Flüchtlingen führe, antwortet Hirte: „Die Sorge gegenüber Migration würde ich nicht damit begründen, dass die Menschen religiös unmusikalischer sind.“ Man dürfe nicht vergessen, dass die eigentlichen Probleme mit Migration nicht erst seit 2015 zu beobachten seien. Vielmehr handele es sich um die Folgen der fehlenden Integration von Zuwanderern in der Bundesrepublik in den letzten 50 Jahren, so Hirte, der auch Ostbeauftragter der Bundesregierung ist. „Die Menschen im Osten haben große Sorgen, dass sie heute vor einer Entwicklung stehen, die auch einmal endet wei in manchen Stadtteilen westdeutscher Großstädte.“

Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 29. März.
DT