München

Kirche in Not: Ausmaß der Christenverfolgung „besorgniserregend“

Seit einigen Jahren bleibt die Christenverfolgung auf einem konstant hohen Niveau, meint Tobias Lehner, Pressereferent für das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“. Und er nennt die Länder, in denen es Christen besonders schwer hätten.

Nach der Anschlagsserie in Sri Lanka
In zahlreichen Ländern weltweit werden Christen verfolgt, diskriminiert oder gar Opfer tödlicher Anschläge. Das jüngste Beispiel: die blutigen Attentate auf christliche Kirchen und Hotels in Sri Lanka. Foto: Gemunu Amarasinghe (AP)

Für Tobias Lehner, Pressereferent des deutschen Zweigs des päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“, ist das Ausmaß der Christenverfolgung weltweit „absolut besorgniserregend“. Seit einigen Jahren bleibe die Christenverfolgung auf einem konstant hohen Niveau, so Lehner im Gespräch mit dem „Südkurier“.

Lehner: Auch Muslime leiden unter extremistischen Islamisten

Die Länder, in denen es Gläubige besonders schwer hätten, seien unter anderen Nigeria oder der Irak. Nigeria leide schwer unter islamischem Terror, so Lehner. „Ich erwähne nur Boko Haram, das als gefährlichste Terrorsekte der Welt gilt. Millionen Menschen wurden durch Boko Haram heimatlos. Kinder haben ihr Eltern verloren.“ In allen Fällen seien Christen am stärksten betroffen.

Bei diesen Konflikten habe man es mit einer Gemengelage zu tun. „Es geht um Politik und um Besitzverhältnisse ebenso wie um Religion. Alles spielt zusammen“, meint Lehner. Gleichzeitig müsse man sich klarmachen, dass Muslime unter den extremistischen Islamisten genauso litten. „Es trifft die gesamte Bevölkerung.“

Naher Osten ist ein "Pulverfass"

Darüber hinaus könne man im Nahen Osten nach wie vor von einem „Pulverfass“ sprechen. Die Zahl der Christen in dieser Region habe sich massiv reduziert. Im Irak beispielsweise lebten früher 1,4 Millionen Christen, heute seien es nur noch 300 000.

Auf die Frage, wie die Lage der Christen in Israel zu bewerten sei, meinte der Pressereferent von Kirche in Not, diese säßen dort oft "zwischen den Stühlen". Immer wieder komme es zu antichristlichen Straftaten, vor allem Vandalismus. "Palästinensische Christen sehen sich oft massiven Behinderungen ausgesetzt, wenn sie die heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem besuchen möchten.“

Als kirchliches Hilfswerk könne Kirche in Not vor allem drei Dinge tun: beten, informieren und handeln. Rein praktisch unterstütze das Hilfswerk vorrangig die pastorale Arbeit der Kirche, „das heißt: dass sie seelsorgerisch bei den Menschen sein kann“. Zudem fördere man den Bau und den Wiederaufbau von Kirchen sowie die karitative Arbeit der Gemeinden.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.