Kirche in Australien entschuldigt sich

Sydney (DT/KNA) Der katholische Klinikbetreiber „Catholic Health Australia“, größter nichtstaatlicher Krankenhausverband in Australien, hat sich für umfassende Zwangsadoptionen vor rund 50 Jahren entschuldigt. Der Manager des Unternehmens, Martin Laverty, beklagte laut australischen Medien vom Montag die „bedauerlicherweise übliche“ Praxis, Kinder von unverheirateten Müttern zur Adoption freizugeben. Zugleich forderte er den Staat auf, einen nationalen Fonds zur Hilfe für die betroffenen Mütter und Kinder einzurichten. Der australische Sender ABC hatte im Juni aufgedeckt, dass in den 50er bis 70er Jahren etwa 150 000 australischen Frauen in katholischen Krankenhäusern und Frauenheimen ohne ihr Einverständnis ihre neugeborenen Kinder weggenommen und verheirateten Paaren anvertraut worden waren. Laverty sprach im Radiosender ABC von einer „nationalen Schande“. Er habe von dieser Praxis auch erst durch die Enthüllungen des Senders erfahren, unterstrich Laverty.