Kirche: Behinderte an Regelschulen unterrichten

Bonn (DT/KNA) Die katholische Kirche in Deutschland unterstützt das politische Ziel, behinderte Kinder an Regelschulen zu unterrichten. Allerdings müsse gewährleistet sein, dass dabei die Bildungschancen von Behinderten in keiner Weise eingeschränkt werden, sagte der katholische Schulbischof Hans-Josef Becker am Montag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Gemeinsamer Unterricht an sich sei noch kein guter Unterricht, betonte der Paderborner Erzbischof. Becker forderte, die Qualität des gemeinsamen Lernens sicherzustellen. Notwendig seien die Qualifizierung aller Lehrkräfte, eine ausreichende Versorgung mit sonderpädagogischem Personal sowie die Arbeit in multiprofessionellen Teams. Zudem müssten die Eltern in die Weiterentwicklung der Schulen einbezogen werden. So könne möglichen Ängsten vor einem Absinken des Unterrichtsniveaus begegnet werden. Becker verwies darauf, dass Förderschulen in den vergangenen Jahrzehnten „einen sehr hohen Standard an Kompetenz“ erworben hätten. „Für uns steht nicht das Schulsystem im Vordergrund, sondern es geht um das Menschenrecht auf Bildung“, betonte der Erzbischof. „Wir müssen dafür sorgen, dass jeder junge Mensch die bestmöglichen Bildungschancen erhält.“ Die Kirche werde jedoch in absehbarer Zeit nicht alle ihre Förderschulen schließen.