Katholikentag: Malteser-Präsident fordert mehr Unterstützung der Politik

Der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Constantin von Brandenstein-Zeppelin, wünscht sich mehr Verständnis für die Bedeutung, die der Zusammenarbeit zwischen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern zukomme.

Münster am Katholikentag
Fahnen mit der Aufschrift "Suche Frieden" hängen am 9. Mai 2018 an den Häusern während des 101. Deutschen Katholikentags in der Innenstadt von Münster. Foto: Harald Oppitz (KNA)

Der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Constantin von Brandenstein-Zeppelin, hat beim Katholikentag mehr Unterstützung der Politik für die Arbeit der Malteser gefordert. Bei einem Empfang, der im Twickel'schen Hof stattfand, in dem vor 65 Jahren der Malteser Hilfsdienst gegründet worden ist, forderte Brandenstein-Zeppelin mehr Verständnis für die Bedeutung, die der Zusammenarbeit zwischen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern zukomme. Es sei etwa problematisch, dass es zur Zeit nicht möglich sei, dass hauptamtliche Mitarbeiter in ihrer Freizeit auch ehrenamtlich andere Ehrenamtliche schulen. Darin sehe der Gesetzgeber eine unzulängliche Mischung zwischen zwischen Ehren- und Hauptamt. Eine Perspektive, bei der verkannt werde, wie sehr beide Seiten miteinander verbunden seien und gerade dadurch die Basis für die erfolgreiche Arbeit des Dienstes geschaffen werde. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der an dem Empfang teilnahm, erklärte, er wolle die Bedenken nach Berlin mitnehmen und berücksichtigen. Gleichzeitig hob er hervor, wie sehr er die Arbeit des Dienstes schätze. Die Malteser und ihre Arbeit seien Ausdruck einer vorbildlichen Arbeit aus dem Glauben heraus.

Zuvor hatte der Bischof von Dresden-Meissen, Heinrich Timmerevers, der auch Bundesseelsorger des Malteser Hilfsdienstes ist, in seiner Predigt bei einem Gottesdienst in St. Lamberti herausgestellt, inwieweit der Hilfsdienst gerade im HInblick auf seine ehrenamtlichen Mitarbeiter einen Beitrag zur Neuevangelisierung leiste. Die Malteser seien den Bedürftigen verpflichtet und versuchten so, von ihrem Glauben Zeugnis zu geben. Das Engagement innerhalb des Dienstes stünde allen Menschen offen, unabhängig davon ob sie katholisch seien, einer anderen Religion oder Konfession angehörten oder religionslos seien. Würden diese Engagierten aber mit den Grundsätzen der Malteser konfrontiert, würde ihnen schnell klar, dass die Quelle für das Engagement in "unserem Glauben an den lebendigen Gott" liege . Er, so Timmerevers, sei immer wieder beeindruckt, wenn er sehe, wie viele von denen, die sich bei den Maltesern engagierten, dadurch zum Glauben finden würden. So hätte er etwa in seinem Bistum, in dem nur 3,2 Prozent der Bevölkerung katholisch seien, schon öfter erlebt wie Menschen durch ihr Engagement bei den Maltesern zur Taufe gefunden hätten. Dem Malteser Hilfsdienst gehören rund 20 000 Hauptamtliche und 51 000 Menschen an, die sich dort ehrenamtlich engagieren.

DT/sesa