Katholiken planen Aktion gegen Strukturreformen

Berlin (DT/KNA) Mit einer Unterschriftenaktion wollen Katholiken im Erzbistum Berlin gegen die von Kardinal Rainer Maria Woelki angekündigten Strukturreformen protestieren. Bei einer Diskussionsveranstaltung am Samstag in Berlin wurde ein Entwurf vorgestellt, der am 26. Oktober verabschiedet werden soll. In dem Text heißt es, der Veränderungsprozess des Erzbistums müsse überdacht und „moderater gestaltet“ werden. Ende 2012 hatte Woelki einen Umbau der Erzdiözese eingeleitet. Anlass sind die in manchen Regionen Brandenburgs und Vorpommerns rückläufigen Katholikenzahlen und der Mangel an Seelsorgern. Unter anderem sollen unter Beteiligung der Kirchenmitglieder aus den derzeit 105 Gemeinden bis 2020 etwa 30 Großpfarreien entstehen. In deren Rahmen soll nach den Vorstellungen des Kardinals ein vielfältiges Leben unterschiedlicher Gemeinden und Gemeinschaften wachsen. Die Initiatoren der Aktion, zu denen unter anderem der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, gehört, plädieren statt der Fusionen für Pfarreiengemeinschaften. Konkret wird gefordert, dem Priestermangel dadurch entgegenzutreten, dass Wortgottesdienste mit Kommunionausteilung auch ohne Pfarrer zugelassen werden. Ausgangspunkt der Aktion war ein Gemeindenachmittag am Samstag in der Gemeinde Heilige Familie im Prenzlauer Berg. In seinem Impulsreferat hatte der Wiener Religionssoziologe und Pastoraltheologe Paul M. Zulehner zuvor vor einem „Ausbluten der Gemeinden“ gewarnt. Bei allen Reformen müsse der Gefahr einer „Art Selbst-Entkirchlichung“ entgegengetreten werden. Zu der Diskussionsrunde hatten sich 170 Interessierte angemeldet.