Katholiken-Forum kritisiert Kölner Initiative

Köln (DT/KNA) Das Forum Deutscher Katholiken hat die „Kölner Kircheninitiative“ kritisiert. Der Initiative gehe es um Macht und Deutungshoheit über das, was Kirche aus ihrer Sicht ist. Sie frage nicht danach, welche Kirche Jesus Christus wollte. Der Versuch der Initiative, für eine so genannte „Mitbestimmung bei der Bischofswahl“ die Gläubigen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, bedeute eine Form der Klerikalisierung der Laien, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. Diese hätten die vorrangige Aufgabe, ihren Weltauftrag wahrzunehmen. Die „Kölner Kircheninitiative“ fordert die Mitbeteiligung der Katholiken im Erzbistum Köln bei der Wahl eines neuen Erzbischofs. Dabei seien Laien, Diakone und Priester beziehungsweise diözesane Beratungsgremien einzubeziehen, heißt es in einem am Mittwoch in Köln veröffentlichten Brief an den Papst und das Kölner Domkapitel. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner, der an Weihnachten 80 Jahre alt wird, hat in Rom sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Zu den Unterstützern der Erklärung gehören die Pfarrer-Initiative Deutschland, die Theologen Hans Küng, Paul Michael Zulehner, Thomas Schüller, Norbert Mette, Hermann Häring, der Frankfurter Dompfarrer Johannes zu Eltz sowie der Jesuit Klaus Mertes, der 2010 Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg öffentlich machte und damit die bundesweite Aufarbeitung ins Rollen brachte. In dem Brief betonen die Unterzeichner, dass für eine von Anfang an gute Beziehung der Gläubigen zu ihrem künftigen Erzbischof deren Einbeziehung in die Wahl wünschenswert sei. Eine solche sei auch ohne eine Änderung der staatskirchenrechtlichen wie kirchenrechtlichen Bestimmungen möglich.