Kardinal sieht Hoffnung auf bessere Lage in Syrien

Vatikanstadt (DT/KAP) In Syrien besteht nach Ansicht des Vatikan-Botschafters Kardinal Mario Zenari Hoffnung auf eine Besserung der Lage. Sieben Jahre nach Kriegsbeginn ließe die Gewalt im Land generell nach und die Situation bessere sich etwas, sagte er. Erfreut äußerte sich Zenari, dass das Hochfest Mariä Himmelfahrt (15. August) in diesem Jahr auch in den drei katholischen Gemeinden der Region Idlib mit ihren rund 700 Gläubigen begangen werden könne. Allerdings werde auch in einigen Regionen weiter gekämpft und es herrsche dort weiterhin viel Leid, sagte der Kardinal in Radio Vatikan (Montag) weiter. Das gelte vor allem für die Region um Rakka, wo von 200 000 Flüchtlingen seit April die Rede sei. In der Region Idlib und im ganzen Land werde am Dienstag in den Kirchen und Klöstern für Frieden und Versöhnung in Syrien gebetet. Der Vatikan-Diplomat dankte den christlichen Gemeinden in aller Welt für die andauernde Hilfe für die Menschen in Syrien, die die örtliche Kirche nicht nur an ihre eigenen Gläubigen weiterleite. Schon im Januar habe die Caritas dank dieser Unterstützung in der lange umkämpften und stark zerstörten Millionenstadt Aleppo mehrere Caritas-Zentren eröffnen könnten. Deren Hilfe käme Christen wie Nichtchristen zugute, betonte Zenari. Das habe teilweise Verwunderung ausgelöst, zumal der Ostteil der größten syrischen Stadt komplett muslimisch sei. „Die Öffnung gegenüber allen“ sei das Kennzeichen der Kirche in Syrien, so der Botschafter. Zenari erinnerte in dem Interview daran, dass „Religionsfreiheit und gegenseitiger Respekt in Syrien immer zufriedenstellend“ gewesen seien. Die Madonna sei nicht nur von Christen, sondern auch von Muslimen verehrt worden; sie werde im Koran als Mutter des großen Propheten Jesus genannt.