Kardinal geißelt Chinas Vorgehen gegen Kirchen

Bangkok (DT/KNA) Hongkongs emeritierter Kardinal Joseph Zen Ze-kiun hat die Entfernung von Kreuzen in der chinesischen Provinz Zhejiang durch Behörden verurteilt. Die Maßnahme sei ein „schwerer Rückschritt“ der Religionspolitik, stelle eine Beleidigung der Glaubensgemeinschaften dar und verletze deren verfassungsmäßige Rechte, sagte der 83-jährige Kardinal laut dem asiatischen Pressedienst Ucanews (Montag). Erst am Samstag ordneten Behörden in der Stadt Wenling in Zhejiang dem Pressedienst zufolge die Räumung oder den Abriss von 15 angeblich illegalen Kirchen bis zum 1. September an. Nach Angaben von Ucanews waren in den vergangenen 20 Monaten an mehr als 1 200 Kirchen in Zhejiang von außen sichtbare Kreuze entfernt worden. Die Regierung spricht von illegal errichteten Bauten. Kirchenvertreter sehen in der Aktion eine gezielte Unterdrückung der Christen, deren Zahl in der Provinz auf zwei Millionen geschätzt wird. Gegen die Entfernung der Kreuze gab es wiederholt Proteste.