Kardinal fordert zum Gebet für Soldaten auf

1 200 Angehörige der Bundeswehr feiern Gottesdienst in Köln

Köln (DT/KNA) Gut 1 200 Angehörige von Bundeswehr und Bundespolizei haben am Donnerstag einen Soldatengottesdienst mit Kardinal Joachim Meisner im Kölner Dom gefeiert. „Die Bundeswehr ist eine Kriegs- und Chaosverhinderungsarmee gewesen, die allen Dank und Anerkennung verdient“, würdigte Meisner den Einsatz der Soldaten. Er rief dazu auf, für Soldaten im Einsatz und ihre Familien zu beten. Für Meisner, der nach eigenem Bekunden spätestens im Februar aus dem Amt scheidet, war es der letzte Soldatengottesdienst als Erzbischof. Seit 1990 hatte er laut Militärseelsorge bis auf einen alle Messen mit den Soldaten gefeiert. In seiner Predigt nahm der Kardinal Bezug auf das Leitwort „Brüderlichkeit – Fundament und Weg zum Frieden“ des Weltfriedenstags. Brüderlichkeit erreiche man durch Offenheit gegenüber Gott und den Mitmenschen, Begegnung sowie Einfachheit und Maßhalten. „Offenheit, Begegnung, Einfachheit: Das sind drei Schritte auf dem Weg zu mehr Geschwisterlichkeit und schließlich zum Frieden.“

Der seit November amtierende katholische Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann warnte bei einem anschließenden Empfang vor einer „Kultur der Gleichgültigkeit“ gegenüber dem Leiden von Menschen in Konfliktsituationen. Die kirchliche Friedensethik spreche der internationalen Gemeinschaft eine Schutzverantwortung zu. „Prävention und Hilfe beim Wiederaufbau sind wichtige Bestandteile dieser Schutzverantwortung, aber eine bewaffnete Reaktion mit militärischen Mitteln kann – wenn die Notlage anders nicht abzuwenden ist –, Pflicht sein“, sagte Bartmann. An dem Gottesdienst nahmen neben zahlreichen Generälen die vier Staatssekretäre im Verteidigungsministerium, Markus Grübel, Ralf Brauksiepe, Gerd Hoofe und Stephane Beemelmans, sowie der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, teil. Grübel würdigte die Militärseelsorge: „Wie wichtig diese Arbeit ist, lässt sich auch daran erkennen, dass so mancher Soldat sich nach dem Einsatz taufen lässt.“