Kardinal Sarah warnt vor „Rebellion gegen Gott“

Rom (DT/KAP) Wenige Tage vor Beginn der Bischofssynode über Familie und Ehe im Vatikan hat sich einer der Wortführer der afrikanischen Teilnehmer entschieden gegen für die geltende pastorale Praxis im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen ausgesprochen. Deren Zulassung zur Kommunion „verrate das Evangelium“ und sei eine „Rebellion gegen Gott“, sagte Kurienkardinal Robert Sarah in einem Interview der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Mittwoch). Das Evangelium sage, was Gott vereint habe, dürfe der Mensch nicht trennen. Daran könne „niemand“ etwas ändern, so der aus Guinea stammende Kurienkardinal. Zugleich wandte sich Sarah gegen eine Öffnung der katholischen Kirche gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Solche Paare seien ein „Rückschritt der Kultur und der Zivilisation“. Sie seien „nicht nur ein Problem für die Kirche, sondern für die Menschheit“. Mit Blick auf die Bischofssynode kündigte er an, dass die afrikanischen Teilnehmer „den ideologischen Kolonialismus des Westens bekämpfen“ wollten, der die katholische Lehre zu zerstören trachte. Dieser stehe im Widerspruch zur göttlichen Offenbarung, der Ehe zwischen Mann und Frau und der Offenheit der Eheleute für das Leben.

Sarah wies zudem Behauptungen zurück, er wende sich in seinem jüngsten Buch „Gott oder nichts“, in dem er seinen Standpunkt zu Familie und Ehe ausführlicher darlegt, gegen Papst Franziskus und Kardinal Walter Kasper. Es handele sich nicht um ein „polemisches Werk“. Er habe damit lediglich das Evangelium verteidigen wollen. Mit der Behauptung, er wende sich gegen den Papst, habe man ihn „ungerechtfertigterweise und zutiefst verletzt“. Das Buch ist in deutscher Übersetzung beim fe-medienverlag erschienen.