Kardinal Müller weist Vorwürfe zurück

Rom (DT/KNA) Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Glaubenskongregation im Vatikan reagiere nicht angemessen auf Schreiben von Opfern sexuellen Missbrauchs. Es sei eine seelsorgerische Aufgabe solche Briefe zu beantworten und obliege daher den Ortsbischöfen und Generaloberen der Orden, die den Opfern näher stünden, sagte Müller in einem Interview der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Sonntag). Die Glaubenskongregation habe hingegen die Aufgabe, einen kirchenrechtlichen Prozess zu führen, so der Präfekt der Glaubenskongregation. Müller reagierte damit auf Vorwürfe des Missbrauchopfers Marie Collins, die ihren Rücktritt aus der päpstlichen Kinderschutzkommission vor einigen Tagen mit mangelnder Kooperationsbereitschaft der römischen Kurie, vor allem der Glaubenskongregation, begründet hatte. Laut Müller informiert die Glaubenskongregation stets den zuständigen Ortsbischof, wenn ein Brief von einem Missbrauchsopfer eingeht, um eine seelsorgerische Betreuung zu ermöglichen. Zudem werde dem Bischof mitgeteilt, dass die Kongregation alles in ihrer Macht Stehende tue, um Gerechtigkeit zu schaffen. Es sei jedoch ein Missverständnis, zu glauben, seine Behörde könne sich um alle Bistümer und Orden der Weltkirche kümmern, sagte Müller. Dies würde sowohl gegen das „legitime Prinzip der Autonomie der Bistümer“ als auch gegen den Grundsatz der Subsidiarität verstoßen.