Kardinal Meisner kritisiert menschlichen Machtanspruch

Köln (DT/KNA) Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat den absoluten Machtanspruch vieler Menschen kritisiert. Wenn sich die Menschen selbst als denkende Wesen ernst nehmen wollten, müssten sie „Gott annehmen und sich selbst relativieren“, sagte er in einem Gottesdienst zum Dreikönigsfest am Mittwoch im Kölner Dom. Ansonsten gerieten sie in die „hoffnungslose Überforderung, selbst das Absolute zu sein, selbst wie Gott zu werden“. Wo der Mensch sich nicht eingrenzen lasse, dort vergreife er sich nicht selten auch an der Gabe des Lebens, so der Kardinal. Als „Finsternisse unserer Zeit“ bezeichnete Meisner etwa den Hungertod von täglich 25 000 Kindern, die ebenfalls vor allem Kinder treffende weltweite Wirtschaftskrise und den „Skandal der Abtreibung“. Dieses seien Folgen eines „anmaßenden Aufbegehrens gegenüber Gott“. Gott sei Mensch geworden, aber der Mensch nicht Gott. Wer aber im Glauben Gott begegne, werde gedrängt, seine Wege zu korrigieren. Dafür stünden die Heiligen Drei Könige, die auf einem anderen Weg in ihre Heimat zurückzogen als sie nach Bethlehem gekommen waren.