Kardinal Marx begrüßt vereinfachte Eheprozesse

Berlin (DT/KNA) Die Vereinfachung von Ehenichtigkeitsprozessen durch den Papst ist aus Sicht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ein „vernünftiges Signal“. „Es ist aber keine Lösung dieser grundsätzlichen Probleme“, fügte Marx am Dienstag vor der Bundespressekonferenz in Berlin hinzu. Ehenichtigkeit sei für viele, etwa nach zwanzig Jahren Ehe, schlicht ein fremder Begriff. Die Verfahrensänderung betreffe insofern nur ein Teilproblem dessen, was das Scheitern von Ehen und den Wunsch nach einer zweiten Heirat anbelange.

Marx sprach sich darüber hinaus gegen eine neue Definition der Ehe durch staatliche Organe aus. Ehe und Familie seien vor dem Staat da gewesen und könnten nicht von ihm „neu definiert“ werden, sagte Marx am Dienstagabend in Berlin beim traditionellen St. Michael-Empfang der katholischen Kirche in Deutschland. Die überwiegende Mehrheit der Menschen wünsche sich eine lebenslange Verbindung zwischen Mann und Frau sowie Kinder. Ohne andere Lebensformen wie eingetragene homosexuelle Partnerschaften oder Forderungen nach einer „Ehe für alle“ zu nennen, bekräftigte der Münchner Erzbischof zugleich, dass jede Diskriminierung überwunden werden müsse. An dieser Stelle müsse auch die Kirche wohl noch deutlicher werden als bislang.

Mit Blick auf die im Oktober in Rom stattfindende Weltbischofssynode zu Ehe und Familie unterstrich Kardinal Marx, dass grundlegende Änderungen der kirchlichen Lehre bei dem Treffen nicht zu erwarten seien.