Junge Federn: Vom Ende der Einsamkeit

Wie man als Single die unangenehmen einsamen Stunden füllt. Von Manuel Hoppermann

Vom Ende der Einsamkeit

Als Single gibt es immer wieder die unangenehmen „einsamen Stunden“. Da käme einem eine Beziehung doch ganz recht – also bei nächster Gelegenheit schön die „Antennen spitzen“ und nett lächeln. Aber das kann dauern und die Erfolgsquote ist auch nur zum Teil von dir abhängig. Also doch das schnellere Glück wählen und Glotze an und Serien gucken oder einfach nur schlafen. Kann ja nicht schaden. Was ist schon gegen eine kleine Ablenkung einzuwenden? Nichts! Zeiten der Muße sind wichtig und gesund, doch es braucht auch hier einen Plan, um nicht im „Gammel Modus“ zu enden.

Wir dürfen wieder lernen Einsamkeit und Stille als Bestandteil unseres Lebens anzunehmen. Kardinal Sarah beschreibt dies in seinem Buch „Kraft der Stille“ so wunderbar: „Ohne die Stille verschwindet Gott im Lärm. Und dieser Lärm wird umso aufdringlicher, als Gott abwesend ist. Wenn die Welt die Stille nicht wiederfindet, ist sie verloren, denn dann stürzt sie ins Nichts.“ Mit Gott sind wir alle in einer ständigen Beziehung und es geht auch in dieser Beziehung nicht immer nur um unsere Worte, sondern auch um SEINE Worte, die wie bei Elija meist im unscheinbaren Säuseln zu uns gesprochen werden.

Nehmen wir uns die Zeit, hinzuhören

Nehmen wir uns diese Zeit, um hinzuhören, denn dann könnten wir auch berührt werden. Dort wo wir einsam sind und mit Ablenkungen kurzzeitige Erfüllung suchen, finden wir am Ende wirkliche Fülle nur bei IHM. ER ist nicht nur die letzte Rettung einer langen Suche nach Erfüllung in dieser Welt, sondern er ist das Ende aller Einsamkeit der ganzen Welt!

Auch Jesus ist durch die Zeiten der Einsamkeit gegangen. In voller Einsamkeit schrie er am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ (Mt 27, 46) - sechs Stunden, von der dritten bis zur neunten Stunde, voller Einsamkeit. Unsere Einsamkeit ist auch seine Einsamkeit. Und es ist damit nicht zu Ende! Wir dürfen im vollen Maße an diesem Ende der Einsamkeit teilhaben. Gott Vater hat aus Liebe seinen Sohn zu uns gesandt, ER ist aus Liebe für uns gestorben und auferstanden. Liebe kann niemals Einsamkeit bedeuten! So wie Gott im Vater, Sohn und Heiliger Geist in liebender Gemeinschaft eins ist, so sind auch wir als Kinder Gottes mit ihm eins. Gott ist in sich Beziehung und wir sind es mit ihm. Nur die Sünde vermag uns von IHM zu trennen. Da aber Jesus selbst für uns zur Sünde wurde, starb und auferstand, können auch wir mit ihm auferstehen.

Der Autor, 26, arbeitet als Klavierbauer in Hamburg