Junge Federn: Unser Ziel

Das Verkehrsamt und wir von der Kirche haben die gleiche Aufgabe: Leute möglichst bequem und sicher ans Ziel zu bringen. Von Elfriede Demml

Unser Ziel

Viele Menschen sind zur Segnung eines Marterls (Bildstock) an einer stark befahrenen Kreuzung im Grazer Westen zusammengekommen. Ministranten-Dresscode ist heute eine Warnweste. Die liturgische Kleidung muss sich schließlich an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Aber auch das Marterl scheint sich an seine Umgebung angepasst zu haben, ohne auf die Kraft seiner Botschaft zu verzichten. An der einen Seite befindet sich ganz klassisch eine Pieta und der Pfarrer deutet sie in seiner Predigt als Zeichen der Solidarität Gottes mit uns Menschen in den tiefsten Nöten unseres Lebens.

Auf den anderen drei Seiten befinden sich keine Heiligenfiguren, sondern verfremdete Verkehrszeichen, die so eine christliche Botschaft zum Ausdruck bringen. Eine Vorrangtafel mit einer Flamme bedeutet plötzlich „Vorrang für den Heiligen Geist“. Und rundherum ist geschrieben „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir!“ aus Jesaja 41,10. Doch mein Highlight an dieser Feier ist die Aussage vom Beamten aus dem Verkehrsamt: „Wir beim Verkehrsamt und ihr von der Kirche haben eigentlich die gleiche Aufgabe: sich darum bemühen, dass die Leute möglichst bequem und sicher ans Ziel gelangen.“ Das ist mal eine Glaubensaussage!

Die Autorin ist Pastoralassistentin im Pfarrverband Graz-Christkönig/Hl. Schutzengel