Junge Federn: Licht in der Dunkelheit

Lange Nacht der Minis. Das Pfarrhaus ist erfüllt von aufgekratztem Kindergeschrei. Sie scheinen glücklich zu sein, doch wir Begleitpersonen fühlen uns, auch durch anstrengende Ereignisse der vergangenen Tage, am Ende. Kurz sitze ich mit meinem Kollegen alleine am Tisch und wir beschließen, mehr aus Verzweiflung als aus Frömmigkeit, zu beten. Von den anderen merkt das im Trubel des Geschehens niemand. Doch wir rufen verzweifelt zum Herrn. Keine zwei Minuten später kommt der Pfarrer rein und erkundigt sich nach der Lage. Er braucht keine langen Erklärungen und beschließt kurzerhand: „Ihr esst jetzt mal in Ruhe und räumt auf und ich mache inzwischen schon mal mit den Kindern das Lagerfeuer.“ Und an die Kinder gewandt: „Ich brauche jetzt starke Kinder, die mir helfen das Lagerfeuer vorzubereiten!“ Schon scharen sich begeistert alle um ihn und verlassen das Haus. Im Pfarrhaus wird es ruhig und wir staunen. Noch mehr staunen wir, als wir dann zum Feuer raus kommen und die vorhin noch so aufgekratzten Kinder durch das Singen von Lagerfeuerliedern und Schauen ins Feuer und die fortgeschrittene Stunde ganz ruhig geworden sind. Sie dürfen dann noch anhand des Feuers die Windlichter anzünden, die wir am Nachmittag gebastelt haben. So wie das Feuer unsere Lichter erleuchtet, so ist Jesus das Licht der Welt und entzündet unsere Herzen, sodass auch wir Licht der Welt sein und die Dunkelheit hell machen können. Durch dieses Wort gestärkt machen wir noch immer erstaunlich andächtig eine Lichterprozession zurück ins Pfarrhaus und wie von alleine gehen die Kinder Zähneputzen und schlüpfen in ihre Schlafsäcke. Nun gibt es noch eine Gutenachtgeschichte vom Pfarrer. Er hat eine ziemlich lange ausgewählt und so rührt sich auch nichts mehr, als er mit der Geschichte fertig ist, leise „gute Nacht“ flüstert und unser Schlaflager verlässt. Wow, Gott du bist echt großartig, dass du so unmittelbar und tatkräftig eingreifst, wenn wir nicht mehr können und zu dir rufen und dass du Leute rufst, die uns genau im rechten Augenblick zu Hilfe eilen. Manchmal auch den eigenen Chef.

Die Autorin ist Pastoralassistentin im Pfarrverband Graz-Christkönig