Junge Federn: Die große Frage

Die große Frage

Vom 22. bis 24. März fand im Maternushaus in Köln zum sechsten Mal das Rhein-Meeting statt. Unter dem Motto „Hören und Sehen, Denken und Verstehen“ befassten sich die IT-Expertin Yvonne Hofstetter und Historiker Prof. Andreas Rödder mit der Digitalisierung und ihren möglichen Folgen für unsere Gesellschaft. Denn das Internet und Computer haben diese in kürzester Zeit drastisch verändert. Angefangen mit der Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren.

Doch nicht nur das. Google und Co. wissen darum, wenn wir nachts nicht schlafen können und noch mal schnell ins Internet gehen, um uns irgendwie von unseren Sorgen abzulenken. Ohne Unterlass werden heute Daten über uns gesammelt, wie belanglos sie auch erscheinen mögen. Und all diese Informationen lassen sich quantifizieren. Was dabei herauskommt ist ein Zahlenwert, anhand dessen sich mittels Algorithmen errechnen lässt, welche Partei man wählen und welches Auto man kaufen wird. Die virtuelle und die reale Welt sind dabei zu verschmelzen. Oder wie es Frau Hofstetter ausdrückt: Die Welt ist dabei, sich in einen Riesen-Computer zu verwandeln. Am Ende wird uns die totale Optimierung verheißen.

Aber was genau erwarten wir uns von dieser „Optimierung“? Wenn uns bei all der Qual der Wahl eine Entscheidung einfach abgenommen wird, weil ja schon errechnet wurde was für uns das beste Produkt ist? Wenn der Wunsch nach Sicherheit mit mehr Überwachung garantiert wird? Ist der Mensch nur noch ein Algorithmus, dann lässt er sich nicht nur berechnen, sondern im Umkehrschluss auch überwachen, neu programmieren und letzten Endes steuern.

Ich werde unweigerlich an Douglas Adams erinnert, in dessen Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ der Riesen-Computer Deep Thought „die Antwort auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und allen Dingen…“ geben soll. Die schlichte Antwort „42“ war wenig befriedigend und wurde von Deep Thought kommentiert mit den Worten „Wenn ihr erst mal genau wisst, wie die Frage wirklich lautet, dann werdet ihr auch wissen, was die Antwort bedeutet.“

Die große Frage die im Zuge der Digitalisierung schon lange hätte gestellt werden sollen, ist die Frage nach der Würde des Menschen. Welche Stellung nimmt er in der, nun auch digitalen Welt ein? Eine Thematik die seit jeher diskutiert wird und immer wieder aktuell ist. Wollen wir die Maschinen beherrschen oder von ihnen beherrscht werden? Die Antwort kann nur lauten: Erst wenn wir anfangen aktiv mitzugestalten und unsere Rechte einzufordern, anstatt nur passiv zu konsumieren, können wir unsere Würde waren, anstatt zur Ware degradiert zu werden.

Die Autorin, 28, studiert Philosophie und Erziehungswissenschaften in Köln