Würzburg

Junge Federn: Danke, Papst Franziskus

Papst Franziskus
Katrin Schwegele freut sich über den Brief von Papst Franziskus an die deutschen Katholiken. Foto: Stefano Dal Pozzolo (KNA)

Um die Missbrauchskrise aufzuarbeiten, hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) bereits im März einen "verbindlichen 'Synodalen Weg'" beschlossen. Dazu hat sich Papst Franziskus in seinem Brief "An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ nun kürzlich geäußert.

Papst Franziskus macht in seinem Brief unmissverständlich klar, dass er Einheit wahren möchte und es eines gemeinsamen Weges der gesamten Weltkirche bedarf. Dies sei nur möglich, wenn der "sensus ecclesiae" (Kirchensinn) bei jeder Entscheidung von allen Gläubigen gelebt wird, wobei an dem, was die Kirche wiederholt gelehrt hat, festgehalten werden müsse. Interessant ist, dass Papst Franziskus – anders als die DBK – den "Synodalen Weg" lediglich als Vorschlag betrachtet, den es kritisch zu hinterfragen gilt. Außerdem stellt er klar, dass die "synodale Sichtweise" die bestehenden Probleme ohnehin nicht lösen kann. Vielmehr muss laut Papst Franziskus die Evangelisierung wieder ins Zentrum rücken, damit wir die Freude am Evangelium und am Christsein wiedererlangen. Ebenso fordert er Bekehrung, die durch Gebet und Fasten erreicht werden soll.

Junge-Federn-Autorin Katrin Schwegele
Katrin Schwegele, 21, studiert Rechtswissenschaften in München und ist Mitgründerin von Maria 1.0

Den "Synodalen Weg" kann es nicht ohne Weiteres geben

Ich denke, damit ist eindeutig geklärt, dass es den "Synodalen Weg" ohne Weiteres nicht geben kann, der Weg der Einheit der einzig richtige Weg ist und wir auf Evangelisierung setzten sollten, um die Probleme der Kirche zu lösen. Ich bin erleichtert und zutiefst dankbar, dass Papst Franziskus so klare Worte gefunden hat.

Unbegreiflich, ja sogar schockierend ist für mich jedoch, dass der Vorsitzende der DBK, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, den Brief als Ermutigung zum "Synodalen Weg" auffassen und katholisch.de behauptet, Papst Franziskus unterstütze den "Synodalen Weg". Ich bin entsetzt, dass sie den Brief offensichtlich falsch verstehen und dadurch die Einheit der Kirche riskieren und empfehle deshalb, den Brief selbst zu lesen.

Die Reaktion von Marx und Sternberg: unzureichend

Dass Marx und Sternberg den Brief nur für eine "Orientierung" halten und ihn auf dem "Synodalen Weg" "bedenken" möchten, betrachte ich zudem als höchst unzureichend. Die deutschen Bischöfe und die DBK müssen vielmehr endlich sicherstellen, dass eine Kirchenspaltung verhindert wird, indem sie anerkennen, dass die katholische Kirche in Deutschland Teilkirche der Weltkirche ist und die Bischöfe sich uneingeschränkt an die Weisungen des Papstes zu halten haben. Nur dann sehe ich mich als Gläubige in Zukunft in der Lage, auch die Weisungen der Bischöfe zu befolgen.

Ich hoffe, dass der Brief von Papst Franziskus in Deutschland von allen Katholiken, insbesondere aber den Bischöfen und der DBK, dankbar angenommen wird und sich endlich alle bereit erklären, "sich gemeinsam auf den Weg zu begeben mit der ganzen Kirche" (Papst Franziskus, in: Brief "An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland").