Jerusalem: Kirchen fordern Altstadt-Zugang

Jerusalem (DT/KNA) Vertreter verschiedener Kirchen in Jerusalem haben einen freien Zugang zur Altstadt während der Kar- und Ostertage gefordert. Nach Angaben des Lateinischen Patriarchats vom Wochenende erklärte das „Jerusalem Interchurches Comitee“ (JIC), eine Absperrung der Altstadt würde Tausende Pilger und Bewohner an einer gemeinsamen und freien Osterfeier hindern. In den vergangenen Jahren hatte die Polizei den Zugang zur Grabeskirche an Ostern aus Sicherheitsgründen auf 10 000 Personen beschränkt. Besonders die Reglementierung des Zugangs zur orthodoxen Feuerzeremonie in dem Gotteshaus sorgte wiederholt für Unmut. Bei ihrem Treffen diskutierten die Vertreter der armenischen, der lutherischen und der koptischen Kirche sowie der Franziskaner-Kustodie und des lateinischen Patriarchats zudem über eine mögliche Anerkennung der evangelikalen Pfingstler durch die palästinensische Autonomiebehörde. Derzeit gehören die Pfingstkirchen nicht zu den 13 anerkannten Kirchen des Heiligen Landes. Aufgrund der großen Zahl der Pfingstkirchen handelt es sich nach Ansicht des JIC um eine sensible Frage. Mit Blick auf die geplante neue palästinensische Verfassung und die damit verbundene Einführung des Islam als Staatsreligion empfahlen die Kirchenvertreter eine gründliche Prüfung der Entwürfe. Christen müssten gleichberechtigte Bürger sein.