Jahr des geweihten lebens

Schwester Philippa Rath OSB. Foto: KNA
Schwester Philippa Rath OSB. Foto: KNA

Schwester Philippa Rath OSB (Foto: KNA), ist Benediktinerin der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen.

Ein Leben nach den evangelischen Räten steht für ...

das Geheimnis der Einfachheit, für den Mut zum Loslassen und für die Konzentration auf das Wesentliche.

In der Heiligen Schrift finde ich ...

Weisung, Herausforderung und Ermutigung für mein Gebet und für mein alltägliches Leben.

Am Ordensleben fasziniert mich ...

die gemeinsame Suche nach Gott, das gemeinsame Einstehen für die Werte des Evangeliums, das gemeinsame Engagement für die Menschen und für die Schöpfung.

Unser Gründer hat überzeugend vorgelebt, ...

dass das Lob Gottes den Menschen zu sich selbst befreit, dass man der Welt dienen kann, in dem man sie im Gebet vor Gott trägt, und dass wahrhaftiges menschliches Zusammenleben gelingen kann, wenn Gott der Dreh- und Angelpunkt des gemeinsamen Tuns und Seins ist.

Der Kirche dienen ...

ist mir immer neu Freude, Ansporn und Herausforderung – in der Gewissheit der Zugehörigkeit und Beheimatung in einer weltweiten Gemeinschaft der Glaubenden.

Freiheit bedeutet in einer Ordensgemeinschaft:

Mut zur Bindung, Mut zu lebenslanger Treue, Mut zu beständiger Sehnsucht und Suche, und schließlich Mut, sich dem oft so unbegreiflichen Willen Gottes in grenzenlosem Vertrauen auszuliefern.

Kleiner werdende Kommunitäten ...

sind für mich ein Anruf Gottes, auf Altgewohntes und Altvertrautes zu verzichten, sich neu auszurichten und nach neuen Ufern Ausschau zu halten (zum Beispiel nach ordensübergreifenden Formen und Initiativen der Nachfolge).

Ein Vorurteil über Ordensleute, das abgebaut werden sollte, ...

ist, dass sie weltfremd, unfrei und frömmlerisch sind und ausschließlich von der Kirchensteuer leben.

Der Ordensberuf hat Zukunft, ...

weil Christusnachfolge zeitlos ist und immer aktuell und weil die Liebe niemals aufhört.

Das „Jahr des geweihten Lebens“ wird ein Segen, ...

wenn es dazu beiträgt, die Orden und die Ordenschristen innerhalb der Kirche wieder als „prophetischen Stachel“ wahrzunehmen, und wenn auch umgekehrt die Ordensleute sich selbst als solchen verstehen und dieses Jahr zur kritischen Selbstbesinnung und zu einer neuen Standortbestimmung in Kirche und Welt nutzen.