Irland stärkt Kinderschutz

Staatliche Richtlinien verpflichten Kirche zu strengerem Vorgehen

Dublin (DT/KNA) Die irische Kinderschutzbehörde NBSC hat neue Richtlinien für die katholischen Kirche veröffentlicht. Danach müsse die Kirche alle Bedenken über das Wohl Schutzbefohlener an die zuständigen Autoritäten weiterleiten, auch wenn sie sich nicht direkt auf eigene Mitarbeiter beziehen, berichtete die Tageszeitung „Irish Times“ (Dienstag). Außerdem sollen alle Missbrauchsopfer „mitfühlend und gerecht“ behandelt werden und „angemessene seelsorgliche Betreuung“ erhalten, um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Die Veröffentlichung der neuen Regeln folgt dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen in der südirischen Diözese Cloyne im Dezember. Dort waren in mindestens zwei Fällen Informationen nicht ordnungsgemäß an die Polizei weitergeleitet worden. Die Richtlinien sollen in allen kirchlichen Einrichtungen und Organisationen sowie in Diözesen und Gemeinden gelten. Irlands ranghöchster katholischer Würdenträger, Kardinal Sean Brady von Armagh, begrüßte die Maßnahmen. Die Veröffentlichung des Regelwerks sei ein „Zeichen der Entschlossenheit der Kirche, Kinder jederzeit zu schützen“.