Irak: Erste Christen kehren zurück

Vatikanzeitung berichtet von Heimkehr katholischer Familien nach Mossul

Vatikanstadt (DT/KNA) Im Irak mehren sich Anzeichen für eine Rückkehr von christlichen Flüchtlingen in ihre Häuser und Wohnungen. In den vergangenen zwei Monaten seien 81 katholische Familien nach Mossul zurückgekehrt, schreibt die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ am Freitag. Nach der Verfolgung der Christen scheine sich die Situation infolge der Maßnahmen der Regierung zunehmend zu normalisieren, schreibt das Blatt. „Innerhalb der Gemeinden beginnt man Hoffnung zu schöpfen, und die Regierung in Bagdad scheint der Situation der Flüchtlinge größere Aufmerksamkeit zu schenken.“ Die Appelle der christlichen Kirchen an die internationale Gemeinschaft und die Medien, die irakischen Behörden zu mehr Engagement gegen die Verfolgung und Tötung von Tausenden unschuldigen Menschen zu drängen, hätten Wirkung gezeigt, so der „Osservatore“. Immerhin hätten die Christen 2000-jährige Wurzeln in dem Land.

Die irakischen Bischöfe hatten wiederholt auf der Notwendigkeit der christlichen Präsenz im Irak bestanden. Eine Flucht würde hunderte Jahre christlicher Geschichte auslöschen und nur den „strategischen Plan“ von extremistischen Gruppen begünstigen. Infolge des Krieges von 2003 hatte nach kirchlichen Angaben fast die Hälfte der irakischen Christen ihre Häuser verlassen. Ein Teil war in andere Landesteile geflohen, andere suchten Zuflucht in den Nachbarstaaten Jordanien, Syrien, Libanon und Türkei, wo ihr Rechtsstatus ungesichert ist. Erst vor kurzem hat der Erzbischof von Bagdad, Jean Benjamin Sleiman, in einem Interview mit dieser Zeitung (DT vom 10. Februar) gewarnt, im Irak drohe der Exodus der Christen, wenn sich die Situation nicht bessere.