In Himmelspforten wird heute gewählt

Deutschen Bischöfe entscheiden über einen neuen Vorsitzenden

Kardinal Karl Lehmann hat für den 18. Februar wegen schwerer gesundheitlicher Probleme seinen Rücktritt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz erklärt. Daher werden die deutschen katholischen Bischöfe und Weihbischöfe voraussichtlich heute im Kloster Himmelspforten in Würzburg einen neuen Vorsitzenden wählen. Wahlberechtigt sind alle deutschen Orts- und Weihbischöfe, der Exarch der Ukrainer in Deutschland, sowie die Diözesanadministratoren aus den Bistümern, in denen derzeit kein Bischof amtiert.

Die Gesamtzahl der Wähler beträgt 69. Sie setzt sich zusammen aus 25 Ortsbischöfen, 41 Weihbischöfen, den beiden Diözesanadministratoren für Trier und Speyer und dem Exarchen der Ukrainer. Jeweils vier „Wahlmänner“ stellen die Erzbistümer München-Freising, Köln und Freiburg, das Bistum Münster kommt sogar auf fünf. Alle übrigen Bistümer stellen drei oder weniger Wähler. Im kleinen Ost-Bistum Görlitz gibt es nur den Bischof, keine Weihbischöfe. Zum Vorsitzenden kann nur ein Diözesanbischof gewählt werden. Weihbischöfe haben ausschließlich das aktive, nicht aber das passive Wahlrecht für den Vorsitz.

Öffentlich abgewunken haben von den 25 amtierenden Ortsbischöfen bereits die Erzbischöfe Thissen (Hamburg) und Sterzinsky (Berlin), der zurückgetretene Vorsitzende Lehmann kommt ebenfalls nicht mehr in Frage. Dadurch verringert sich die Zahl der potenziellen neuen Vorsitzenden auf 22. Einige weitere scheiden wegen ihres Alters oder gesundheitlicher Einschränkungen faktisch aus, so dass weniger als zwanzig Namen übrig bleiben. Die Amtsdauer beträgt sechs Jahre, die Wiederwahl ist möglich. Der Wahlmodus wird durch die vom Apostolischen Stuhl genehmigten Statuten der Deutschen Bischofskonferenz geregelt. Abgestimmt wird geheim, in den ersten beiden Wahlgängen ist eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder erforderlich, ab dem dritten genügt die einfache Mehrheit. Für alle Angehörigen der Konferenz gilt Anwesenheitspflicht.

Zusammen mit dem Amt des Vorsitzenden wird auch das des Sekretärs und das des Stellvertretenden Sekretärs der Bischofskonferenz durch je eigene Wahl neu besetzt. Hier könnten die bisherigen Amtsinhaber zur Wahl antreten. Das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden der Bischofskonferenz kann nur dann neu besetzt werden, wenn der bisherige Stellvertretende Vorsitzende seinen Rücktritt erklärt. Auch in diesem Fall kann der bisherige Stelleninhaber mit einer Amtszeit von sechs Jahren erneut gewählt werden.