Im Zeichen der Dankbarkeit

Gedenktag für den Bau des Schreins der göttlichen Vorsehung

Warschau (DT) Zum ersten Mal ist in Warschau am vergangenen Wochenende der sogenannte Danksagungstag (Dzien Dzekczynienia) gefeiert worden – dabei handelt es sich um ein vom Warschauer Erzbischof Kazimierz Nycz und seinem Vorgänger Jozef Kardinal Glemp initiiertes Fest, das die Errichtung des „Nationalen Schreins der göttlichen Vorsehung“ der polnischen Bevölkerung stärker ins Bewusstsein bringen möchte. Der Bau dieses Schreins war vor über 200 Jahren vom damaligen polnischen König und den Sejm-Abgeordneten als ein Zeichen des Dankes gegenüber Gott für die am 3. Mai 1791 verabschiedete polnische Verfassung versprochen worden. Mittlerweile stehen am Rande von Warschau die Grundpfeiler des Baus mit einer großen Untergrundkirche, welche das Grab des berühmten polnischen Dichter-Priesters Jan Twardowski beinhaltet, andere Gräber für herausragende geistliche Persönlichkeiten Polens sollen folgen.

Auch ein provisorisches Museum zu Ehren von Papst Johannes Paul II. hat neben den Grundpfeilern einen Platz gefunden; es soll zu einem modernen Multi-Media-Zentrum hochgerüstet werden. Die Bauarbeiten zur Konstruktion des Schreins sollen im Jahr 2010 abgeschlossen sein.

Erster Sonntag im Juni

In Zukunft, so Erzbischof Nycz, solle der „Danksagungstag“ an jedem ersten Sonntag im Juni stattfinden. „Zum Dank dafür, dass wir heute in einem freien Polen leben, aber auch in dankbarer Erinnerung an Johannes Paul II. und sein außergewöhnliches Pontifikat.“ Folgerichtig begannen die Feierlichkeiten denn auch am Samstagabend mit einem Gebet unter Leitung von Erzbischof Nycz auf dem Theaterplatz (Plac Teatralny), wo der polnische Papst bei seiner ersten Pilgerreise in sein Heimatland 1979 die unvergesslichen Worte sagte: „Herr, segne die Erde, diese Erde.“

Hoffnung auf die Medien

Am nächsten Morgen machte sich eine kleine Pilgergruppe bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß auf zu den Grundpfeilern des Nationalen Schreins, um schließlich zusammen mit Erzbischof Nycz, Primas Glemp, sowie einigen Prominenten, darunter der frühere polnische Premier Tadeusz Mazowiecki und vielen Gläubigen eine Messe zu feiern. Wobei Bischof Nycz in seiner Predigt, die in ähnlicher Form als Brief in allen Warschauer Kirchen verlesen wurde, noch einmal an die Eckpfeiler der polnischen Geschichte erinnerte und zu dem Schluss kam. „Dankbarkeit schafft Einheit – in der Familie und in der ganzen Gesellschaft!“

Was besonders von den vielen Familien mit Kindern gerne gehört wurde. Für die jüngeren Festteilnehmer waren in Nähe des Schreins kurzerhand Spielstätten vorbereitet worden. Nach der Messe ließ man mehrere tausend Luftballons mit dem Schriftzug „Danke“ (Dziekuje) in den Himmel steigen und dann legten einige katholische Rock-und-Pop-Bands los. Am Abend, zur Todesstunde von Johannes Paul II. um 21.37 Uhr, endete der Danksagungstag mit einem Gebet. Erzbischof Nycz hofft, dass schon bald auch außerhalb der Diözese das Bewusstsein dieses Festtages zunehmen wird. „Ich hoffe, dass die Medien dazu beitragen, es in ganz Polen populär zu machen.“