Im Fokus: Der Priester

Pater Dr. Martin Leitgöb, geboren 1972, Redemptorist seit 2002, Priesterweihe 2007. Nach der Priesterweihe Vikar in der Wallfahrtspfarrei Schönenberg und in der Seelsorgeeinheit „Philipp Jeningen“, Diözese Rottenburg-Stuttgart; seit 2008 Seelsorger an der Wiener Innenstadtkirche Maria am Gestade; Beteiligung an verschiedenen missionarischen Projekten; Mitarbeit bei „Radio Maria Österreich“. Exerzitien, Einkehrtage, Gesprächspastoral.

Erfolg hat das Priesterjahr, wenn

der Priesterberuf wieder stärker als Verweis auf Gottes Liebe und Barmherzigkeit zu uns Menschen wahrgenommen würde.

Für die Nachfolge Christi als Ordensgeistlicher begeistert hat mich

das Beispiel des hl. Klemens Maria Hofbauer (1751-1820), der als Redemptorist innerhalb der Kirche seiner Zeit eine nachhaltige Erneuerung bewirkte.

Ans Herz gewachsen ist mir der Satz unseres Ordensgründers

Alfons Maria von Liguori (1696-1787), dass die Heiligkeit eines Menschen in nichts anderem besteht als in der Liebe zu Jesus Christus.

Das Leben in einer Gemeinschaft bereichert durch

die herausfordernde Erfahrung einer offensichtlich gottgewollten zwischenmenschlichen Verschiedenheit – trotz oder sogar wegen der gemeinsamen Berufung und Sendung.

Gehorsam bedeutet

zuerst auf die Stimme Gottes in ihren vielfältigen Ausdrucksweisen hören, dann dem eigenen Weg treu bleiben, schließlich immer wieder auch Kreuzesnachfolge.

Das Armutsgelübde befreit

zu gar manchen geistlichen Freuden und zu einer größeren Leidenschaft und Wahrhaftigkeit in der Verkündigung des Evangeliums.

Die Zukunft unseres Ordens entscheidet sich

im mutigen Rückgriff auf die Haltungen, Methoden und Ziele der Ordensgründer und im ebenfalls mutigen Wahrnehmen der Zeichen der Zeit.

Eine wesentliche Aufgabe, der sich Priester in Zukunft stellen müssen

ist der Dienst des Hirten, welcher auch die verlorenen Schafe im Auge behält und sie mit Demut und Geduld auf die Weide Gottes zurückführt.

Vorbildlicher „alter Christus“ ist,

wem kein Weg zu weit, keine Situation zu unangenehm, keine Zeit zu lang und keine Nacht zu spät ist, um für Gott und die Menschen da zu sein.

Dankbar bin ich dem Heiligen Vater

für seine Einstellung, dass es letztlich nicht wir sind, die dem Glauben Zukunft geben, sondern dass es der Glaube ist, der uns Zukunft gibt.