Hoffen gegen die Hoffnungslosigkeit

250. Paderborner Stadtwallfahrt nach Verne

Paderborn (pw) Seit 250 Jahren pilgern am Sonntag nach Maria Heimsuchung Gläubige aus der Stadt Paderborn zur „Trösterin der Betrübten“ im westfälischen Verne. Zum diesjährigen Jubiläum führte Erzbischof Hans-Josef Becker die Wallfahrt an.

Am frühen Morgen waren die Pilger in Paderborn aufgebrochen. Bei strahlend blauem Himmel erreichten sie Verne. Hier segnete Erzbischof Becker die Wallfahrtskerze, die der Gottesmutter von den Pilgern gestiftet wurde. In großer Prozession ging es nun begleitet von der Blaskapelle des Musikvereins Verne zum feierlichen Pontifikalamt in die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Bartholomäus.

In seiner Predigt wies Erzbischof Becker auf die Hoffnungslosigkeit vieler Menschen hin. Dante habe in der Göttlichen Komödie über den Eingang der Hölle den Satz geschrieben: „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“ Dagegen sage der französische Dramatiker Charles Péguy: „Gott ist die Hoffnung“. Zeichen von Hoffnungslosigkeit sehe man in unserer Gesellschaft mit jedem Blick in die Zeitung. In Fanatisierung und Terror, aber auch im Nadelstreifenanzug trete die Hoffnungslosigkeit auf. Der Mensch, so der Erzbischof, stehe mitten drin. Viele Bücher sprechen heute von der Hoffnungslosigkeit und der fehlenden Kraft, damit fertigzuwerden. Hoffnung komme allein aus der Hinwendung des Menschen zu Gott. Nicht ein „ich muss glauben“, sondern ein „ich darf glauben“, sei der Ausweg.

In Verne stehe Maria den Gläubigen vor Augen; selber hart geprüft, habe sie doch immer sein Wort im Herzen behalten. „Mutter aller Hoffenden“, so Erzbischof Becker, „ist eine gute Übersetzung für ,Trösterin der Betrübten‘.“ Maria verleihe Hoffnung in aller Not. „Möge dies Vertrauen lebendig bleiben und sogar wachsen!“, rief der Erzbischof den Pilgern zu.

Am Ende der heiligen Messe wurde der 94-jährige Paderborner Franz Peckelsen, der in diesem Jahr zum 80. Mal an der Paderborner Stadtwallfahrt teilnahm, für sein Lebenswerk vom Heiligen Vater mit dem Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ ausgezeichnet. Im Auftrag des Papstes nahm Generalvikar Alfons Hardt diese Ehrung vor.