„Hilfe zur Erneuerung“

Der Regensburger Bischof Voderholzer würdigt Bedeutung des Jubiläumsablasses zum Heiligen Jahr

Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: KNA
Bischof Rudolf Voderholzer. Foto: KNA

Regensburg (DT/pbr) Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat in seiner Predigt zur Eröffnung des Heiligen Jahres am Sonntag den Ablass als „Angebot der Barmherzigkeit“ gewürdigt. Der Ablass sei besser als sein Ruf, erklärte Voderholzer. Es stecke eine sehr menschliche, auch „eine sehr aktuelle, fast moderne Überlegung dahinter“.

Der Regensburger Bischof beleuchtete den Ablass im Verhältnis zur Beichte. Mit der sakramentalen Lossprechung sei zwar die Beziehung zu Gott geheilt. Doch die Folgen von Schuld und Versagen wirkten weiter in den Menschen und in der Welt. Versagen und Schuld, so Voderholzer hätten „Folgen, die sich für den Betreffenden auch als Strafe auswirken. Der Ablass ist per definitionem der Erlass dieser zeitlichen Sündenstrafen, eine Hilfe in der oft sehr komplexen Aufarbeitung von Schuld und eine Hilfe auf dem Weg zur Erneuerung des Menschen und zu seiner Heiligung.“

Die Ablass-Praxis setzt Voderholzer zufolge ein lebendiges Bewusstsein um die Schicksalsgemeinschaft der Kirche voraus, bei der einer des anderen Last trage: „Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft im Bösen, aber auch – Gott sei Dank – im Guten“, so der Bischof. Die Kirche beteilige sich bei der Aufarbeitung der Schuld.

Ausdrücklich hob der Bischof die Bedeutung der Heiligen hervor: Sie hätten einen Vorrat an Gutem in der Welt hinterlassen, der dem Vorrat an Bösem entgegensteht. Wörtlich erklärte Voderholzer. „Weil die Taten Christi hinzugezählt werden, dürfen wir aus guten Gründen hoffen, dass der Vorrat an Gutem überwiegt, dass wir als Leib Christi einen Überschuss an Gutem haben.“