Grenzüberschreitende Vigil für Johannes Paul II.

Görlitz (DT/KNA) In Görlitz feiern Christen aus Polen und Deutschland am Vorabend der Heiligsprechung von Johannes Paul II. eine Vigil für den 2005 verstorbenen Papst. Eingeladen seien zu der Nachtwache mit anschließender Lichterprozession am 26. April auch nicht Gläubige, betonte der Pfarrer der Görlitzer Gemeinde Heiliger Wenzel, Norbert Joklitschke, am Freitag. Auch der emeritierte Hamburger Erzbischof Werner Thissen und der evangelische Superintendent Martin Herche haben ihr Kommen zugesagt. Joklitschke erklärte: „Als polnischer Papst hat Johannes Paul II. für uns in der Europastadt und im Brückenbistum Görlitz eine besondere Bedeutung – er hat Brücken zwischen Ost und West geschlagen.“ Vorbereitet werde die Vigil gemeinsam mit dem Pfarrer der katholischen Gemeinde Sankt Bonifatius, Maciej Wesolowski, aus der polnische Schwesterstadt Zgorzelec. Die Initiative für die grenzüberschreitende Gedächtnisfeier sei von Bischof Wolfgang Ipolt ausgegangen, so Joklitschke. Im deutsch-polnischen Konvent, in dem sich Geistliche aus beiden Teilen der Stadt austauschen, sei dann beraten worden, wie man die Heiligsprechung des polnischen Papstes in der deutsch-polnischen Grenzstadt feiern könne. Die Vigil beginnt um 20 Uhr auf der Altstadtbrücke, die Görlitz und Zgorzelec miteinander verbindet. Geplant ist danach eine Lichterprozession mit Kerzen über die Daszynski-Straße und die Pilsudski-Straße zur Stadtbrücke. Die wichtigste innerstädtische Brücke über die Neiße trägt seit 2006 offiziell den Namen des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. Zwei Marmorplatten an den Brückenköpfen erinnern auf deutsch und polnisch an das Kirchenoberhaupt. Erwartet werden zu der Vigil auch die Teilnehmer einer Fußwallfahrt, die anlässlich der Heiligsprechung stattfindet. Die Pilger laufen dabei rund 100 Kilometer vom schlesischen Wallfahrtsort Grüssau bis nach Görlitz.