„Gottes Barmherzigkeit ist Grundbotschaft“

Wien (DT/KAP) Weil es für Gott „keinen hoffnungslosen Fall“ gibt und Gott „nie müde wird, zu verzeihen“, ist Barmherzigkeit die „Grundbotschaft des Evangeliums“. Das unterstrich der Wiener Kardinal Christoph Schönborn bei der zweitägigen „Maria-Namen-Feier“ am Sonntag im Wiener Stephansdom. Betende sollten sich als Fürbitter für die Menschen verstehen und „im Gebet für andere eintreten, dass sie Erbarmen von Gott erfahren“. Dies sei das bleibende Grundanliegen des Franziskanerpaters Petrus Pavlicek gewesen, der die Gebetsgemeinschaft für Kirche und Welt „Rosenkranz-Sühnekreuzzug“ (RSK) und die seit 1947 stattfindende „Maria-Namen-Feier“ gegründet hatte. Das gläubige Wissen darum, dass man Barmherzigkeit selbst immer schon zuvor von Gott erfahren habe, sei der erste Schritt zu einer demütigen und zugleich missionarischen Kirche, so Schönborn. Es gelte Maß zu nehmen an Gott, der den Menschen „so lange sucht, bis er ihn findet“, sagte der Kardinal mit Bezug auf das Tagesevangelium. Auch wenn es leichtfertig und unlogisch erscheine, dass der Hirte die 99 Schafe zurücklässt, um eines zu suchen, verberge sich darin eine „geheime Botschaft Jesu“: Jeder könne ein verlorenes Schaf werden.

Die diesjährige Feier stand im Rahmen des „Jahres des Glaubens“. Darauf verwies die im Gottesdienst verlesene, von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone gezeichnete „Botschaft aus dem Vatikan“. An der zweitägigen Feier nahmen rund 5 000 Gläubige aus Wien und den österreichischen Diözesen teil. Der Grazer Weihbischof Franz Lackner OFM leitete die Feier am Samstag mit Gläubigen aus Tschechien und Ungarn. Am Sonntag waren auch Gruppen aus Südtirol und aus der Schweiz nach Wien gekommen.