„Gender Mainstreaming“ als neue Staatsideologie

Hedwig von Beverfoerde sprach über Hintergründe, Gefahren und Auswirkungen der Gendertheorie

„Grüß Göttin“ musste Hedwig von Beverfoerde auf einem großen Plakat lesen, als sie vor wenigen Wochen mit ihrer Familie in den Winterurlaub nach Österreich einfuhr. Mit dieser Anekdote war die Sprecherin der Initiative Familienschutz schon mitten im Thema. Das von der Personalprälatur Opus Dei verantwortete Bildungszentrum Wilmershain in Berlin hatte kürzlich zum Vortrag „Gender Mainstreaming – geschlechterpolitische Staatsideologie auf samtenen Pfoten“ eingeladen. Die Referentin, Frau von Beverfoerde, sah in dem Plakatslogan in Österreich auch ein Symptom für die Genderpolitik in Deutschland und Europa, die „ohne jegliche demokratische Abstimmung über uns gekommen ist“. So hatte die Europäische Union das „Gender Mainstreaming“ im Amsterdamer Vertrag, der bereits seit Mai 1999 in Kraft ist, zum rechtlich verbindlichen Prinzip erhoben.

Doch was will Gender und wo liegen die Anfänge Genderideologie, von der nach Aussage der Referentin 95 Prozent der Menschen in Deutschland gar nicht wissen, was das überhaupt ist? Frau von Beverfoerde führte „Marxismus, Feminismus und Kapitalismus“ an. Das seien die ideologischen Quellen der Genderideologie. Auch der immer stärker um sich greifende Hedonismus, Materialismus und Konsumismus spielten eine wichtige Rolle. In einem historischen Abriss wurden die geistigen Wurzeln der Gender-Ideologie aufgezeigt. Als Wegbereiterin stand zu Beginn Sartres Lebensgefährtin Simone de Beauvoir mit ihrem Buch „Das andere Geschlecht“ aus dem Jahr 1949. Mit „List und Tücke“ hätten dann auf der Weltfrauenkonferenz vor 15 Jahren in Peking die „Gender-Feministinnen“ ihr Prinzip der Dekonstruktion durchgesetzt. „Laut Gendertheorie sei die Einteilung zwischen Jungen und Mädchen willkürlich“, sagte Frau von Beverfoerde und habe „die Zerstörung der Zweigeschlechtlichkeit sowie die Abschaffung der heterosexuellen Matrix“ zum Ziel. Das widerspräche letztlich den Lehren aller Weltreligionen. Bei der Analyse zum Status quo der Genderpolitik in der Bundesrepublik, sparte die Vortragende nicht mit Kritik an der ehemaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung. Die Verwaltungsapparate – „gesteuert vom Familienministerium“ – setzten die Politik „von oben nach unten“ als Querschnittsaufgaben auf allen Ebenen durch. Dabei gäbe es regelrechte „Auswüchse in Form von Umerziehungsprogrammen“. Auch an den deutschen Universitäten sei die Genderforschung „ein ausufernder Forschungszweig mit eigenen Zentren, wo Steuergelder verbrannt würden“. Die manipulative „Gender-Ideologie“ fördert laut Hedwig von Beverfoerde auch die Homosexualität und Sexualisierung der Jugend. Im Kern wolle man Familie neu definieren, was sich auch im „Krippenzwang“ und in den vielen Schwangerschaftsabbrüchen zeige. Trotz solcher Entwicklungen bestehe Grund zur Hoffnung: Denn Gender sei in vielen Strukturen der Gesellschaft zwar präsent, aber „noch nicht in den Köpfen der Menschen“.