Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes

11. Februar 1858: Die 14-jährige Bernadette Soubirous geht mit ihrer Schwester und einer Freundin Holz sammeln. In der Grotte von Massabielle erblickt Bernadette „eine weiß gekleidete Dame: Sie hatte ein weißes Kleid, einen blauen Gürtel und eine goldene Rose in der Farbe ihres Rosenkranzes auf jedem Fuß. Als ich das sah, rieb ich mir die Augen, weil ich dachte, mich zu täuschen. Ich steckte die Hand in meine Tasche; dort fand ich meinen Rosenkranz. Ich wollte mich bekreuzigen, konnte aber die Hand nicht zur Stirn heben: Sie zitterte und fiel mir herunter... Die Dame bekreuzigte sich. Ich versuchte, es auch zu machen, und jetzt konnte ich es. Sobald ich das Kreuzzeichen gemacht hatte, war jede Furcht verschwunden. Ich kniete mich hin und betete meinen Rosenkranz; die Dame ließ die Perlen ihres Rosenkranzes durch die Hand gleiten, bewegte dabei aber nicht die Lippen. Als ich meinen Rosenkranz beendet hatte, machte sie mir Zeichen, näherzukommen. Aber ich wagte es nicht, und so verschwand sie plötzlich“ (nach dem ersten handschriftlichen Bericht von Bernadette, 28. Mai 1861).

Heute feiert die Kirche am Jahrestag der ersten Erscheinung das Fest Unserer Lieben Frau in Lourdes. Neben den Heilungen ist Lourdes aber auch in besonderer Weise ein Ort der Solidarität, Liebe, Zuwendung und des gemeinsamen Lebens mit den vielen kranken und behinderten Pilgern wie auch mit den vielen Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit nicht oder nicht mehr hierher kommen können. Seit 1993 wird daher der Festtag Unserer Lieben Frau von Lourdes von der Kirche als „Welttag der Kranken“ begangen. Dazu schrieb Papst Johannes Paul II.: „Am Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes, deren Heiligtum am Fuß der Pyrenäen ein Tempel des menschlichen Leidens geworden ist, nähern wir uns – wie sie es auf Kalvaria tat, wo das Kreuz ihres Sohnes stand – allen Kreuzen des Schmerzes und der Einsamkeit so vieler Brüder und Schwestern, um sie zu trösten, um das Leiden mit ihnen zu teilen und es dem Herrn des Lebens darzubieten, in geistiger Gemeinschaft mit der ganzen Kirche“ (Botschaft zum ersten Welttag der Kranken am 11. Februar 1993). Während der Wallfahrtssaison werden an jedem Tag im Rahmen der Sakramentsprozession am Nachmittag die anwesenden Kranken gesegnet. Sie nehmen auch an den abendlichen Lichterprozessionen teil, entweder in der Prozession selbst oder vom großen Balkon der Kranken-Herberge „Accueil Notre-Dame“.

Das Programm in Lourdes am Donnerstag, 11. Februar, am Fest Unserer Lieben Frau von Lourdes sieht wie folgt aus: Den ganzen Tag über Vortrag der per Internet zugesandten Gebetsanliegen im TV Lourdes. 10 Uhr Internationale Messe in der Basilika St. Pius X.; 11.15 Uhr Angelus in der Grotte; 11.45 Uhr Erinnerung an die Erscheinung vom 11. Februar 1858; 15.30 Uhr Rosenkranzgebet in Französisch in der Grotte; 17 Uhr Eucharistische Prozession; 18 Uhr Rosenkranzgebet in Italienisch in der Grotte und um 21 Uhr Lichterprozession. Und von 6 bis 21 Uhr Ewiges Gebet vor dem Allerheiligsten. pi