Freude über Freilassung eines Salesianers

Neu Delhi (ako/KNA) 18 Monate lag das Schicksal von Tom Uzhunnalil in den Händen von mutmaßlichen Islamisten, bis am Dienstag die erlösende Nachricht kam: Der im März bei einem Angriff auf ein katholischen Altenheim in der südjemenitischen Hafenstadt Aden verschleppte Salesianer ist von seinen Entführern freigelassen worden. Seine indische Heimat Kerala, der Salesianerorden und der Vatikan reagierten mit Freude. Über das Sultanat Oman reiste Uzhannalil in den Vatikan, wo er am Mittwoch laut Medienberichten von Papst Franziskus empfangen wurde. Vor seiner Rückreise nach Indien soll Uzhunnalil einige Tage Gast der Salesianer in Rom sein. Fotos in Medien und Sozialnetzwerken zeigten den Salesianerpater, wie er Papst Franziskus im Gästehaus Santa Marta die Füße küsst. Franziskus seinerseits umarmte den Missionar. Er werde für alle beten, die ihn während der Gefangenschaft „spirituell“ unterstützt haben, so der Pater Berichten zufolge. Im Herzen habe er jeden Tag die Nähe Jesu gespürt und gewusst, er sei nicht allein. Bei der Begegnung sagte der entführte Ordensmann dem Papst, er habe stets für ihn gebetet. Da er in der Gefangenschaft keine Möglichkeit hatte, Gottesdienste zu feiern, habe er in seinem Herzen die Worte der Messe gesprochen. Auch eine Beichtgelegenheit gab es nicht, weshalb er nun darum bat. Monate hatten sich der Orden zusammen mit der indischen Regierung für die Freilassung des Salesianers eingesetzt. Auch der Sultan von Oman und dessen Regierung vermittelten im Fall des entführten Inders, wie der Vatikan in einer Danknote von Dienstag festhielt. Kurz zuvor hatte das Sultanat in einer Stellungnahme die Befreiung des Inders bekanntgegeben: „In Erwiderung der Königlichen Anordnungen Seiner Majestät Sultan Qaboos bin Said und auf Bitten des Vatikans, bei der Rettung eines Vatikanangestellten zu assistieren, ist es den betreffenden Behörden im Sultanat in Zusammenarbeit mit den jemenitischen Behörden gelungen, den Vatikanmitarbeiter zu finden.“ Details zur Auffindung und Befreiung des Ordensmannes wurden zunächst nicht bekannt. Indischen Medienberichten zufolge wies die indische Regierung am Mittwoch Behauptungen zurück, für die Freilassung des Inders sei Lösegeld gezahlt worden. Dem Angriff in der Dschihadistenhochburg Aden, bei dem Uzhunnalil verschleppt wurde, fielen im März 2016 sechzehn Menschen zum Opfer. Vier bewaffnete Männer drangen in das Seniorenheim der Mutter-Teresa-Schwestern ein, erschossen einen Wachmann, vier im Haus arbeitende Ordensfrauen aus Ruanda, Kenia und Indien sowie Bewohner des Hauses und Mitarbeiter der Gemeinschaft. Die Oberin entging dem Massaker, weil sie sich verstecken konnte. Der Verdacht richtete sich gegen Islamisten des Terrornetzwerks Al-Kaida. Anfängliche Nachrichten deuteten auf eine rasche Freilassung des Salesianers, danach ebbten jedoch die Lebenszeichen ab, bis im Mai 2016 ein Video auftauchte. Uzhunnalil verwies darin auf seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand und erklärte, er benötige schnellstmögliche stationäre Behandlung. Der zuständige Bischof Paul Hinder, Apostolischer Vikar für Südarabien, warnte vor voreiligen Hoffnungen und mahnte, es gebe „keine sichere Nachricht“, dass Uzhunnalil noch am Leben sei. Der 1960 im indischen Ramapuram geborene Uzhannalil trat 1989 dem Salesianerorden bei. Bevor er 2010 seinen Dienst im Jemen antrat, war er an verschiedenen Orten in Indien tätig. Uzhannalil weigerte sich, in seine indische Heimat zurückzukehren, als sich die Situation in Jemen verschlechterte.