Forschungsprojekte zu Missbrauch beschlossen

Bonn (DT/KNA) Zwei neue Forschungsprojekte zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche hat die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen. „Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung werden verlässliche Informationen zu den Fällen des Missbrauchs, zu Vorgehensweise und Motiven der Täter und den Opfererfahrungen angestrebt“, teilte die Bischofskonferenz am Donnerstag in Bonn mit. Die Untersuchungen sollten vor allem zu einer wirksameren Vorbeugung vor sexuellem Missbrauch beitragen, hieß es. Näheres zum Inhalt der Forschungsprojekte will die Bischofskonferenz am Mittwoch bekannt geben. Neben dem Trierer Bischof Stephan Ackermann als Beauftragtem der Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs sind der Kriminologe Christian Pfeiffer und der Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Universität Duisburg-Essen, Norbert Leygraf, in die Projekte eingebunden. Die Forschungsprojekte sind eine weitere Säule zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Im vergangenen Jahr hatte die Bischofskonferenz sowohl ein Entschädigungskonzept als auch ein Präventionskonzept für katholische Einrichtungen beschlossen. Außerdem wurden die Leitlinien für den Umgang mit den Tätern verschärft. Ergebnisse einer wissenschaftlichen Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kirche hatten zuletzt die nordamerikanischen Bischöfe vorgelegt.