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Tagesheiliger: 27. Mai – Bruno von Würzburg. Von Katrin Krips-Schmidt

Bruno von Würzburg, Denkmal auf der Alten Mainbrücke. Foto: IN
Bruno von Würzburg, Denkmal auf der Alten Mainbrücke. Foto: IN

Noch tausend Jahre nach seiner Geburt hat der heilige Bruno von Würzburg seine Spuren im Stadtbild der Metropole Unterfrankens hinterlassen: Das monumentale Bruno-Denkmal des ehemaligen Bischofs schmückt die Alte Mainbrücke, und der Kiliansdom in seiner heutigen Gestalt geht ebenfalls auf ihn zurück, während der Bau der Vorgängerkirchen den Bischöfen Burkard, Berowelf und Arn zu verdanken sind.

Als Sohn des Herzogs Konrad des Älteren von Kärnten und dessen Frau, der Mathilde von Schwaben, war der um 1005 Geborene ein Neffe von Papst Gregor V. Nach seiner Priesterweihe wurde er „königlicher Kapellan“ an der Hofkapelle seines Vetters, des Salierkönigs Konrad II., der ab 1027 als Kaiser die Geschicke des Heiligen Römischen Reiches lenkte. Bruno, der von Konrad zum italienischen Kanzler eingesetzt war, begleitete den Herrscher auf dessen zweiten Feldzug nach Italien, wobei es zur Belagerung von Mailand kam, doch Bruno setzte sich für Aussöhnung und Frieden ein: „Eine Katastrophe schien unabwendbar; da feierte Bruno am Pfingstfest vor der bedrohten Stadt die heilige Messe. Plötzlich brach ein entsetzliches Unwetter aus. Panik griff um sich. Von Bruno heißt es: Er stand ruhig am Altar. Nach der Messe wandte er sich an den Kaiser und beschwor ihn, Frieden zu schließen. Er teilte ihm mit, der heilige Ambrosius sei ihm erschienen und habe sich für die Bischofsstadt eingesetzt. Darauf hob der Kaiser die Belagerung auf und schloss Frieden“ (Paul-Werner Scheele).

1034 wurde Bruno auf den Bischofsstuhl von Würzburg berufen. Er war zudem ein hochgebildeter Theologe, der einen ausführlichen Kommentar zu den Psalmen verfasste. Bruno setzte sich für das Bildungswesen in seinem Bistum ein, indem er die Domschule förderte und die Stärkung von Disziplin und Moral des Klerus zu einer seiner Aufgaben machte.

Sein Erbe spendete er dem Bistum, was einerseits den Armen zugutekam, aber auch dem Neubau der Würzburger Kathedrale, seit sich Bruno ab 1040 als Bauherr des sich am Dom zu Speyer orientierenden kreuzförmigen romanischen Baus mit vier Türmen betätigte. Den Abschluss der Bauarbeiten konnte der Oberhirte der Stadt freilich nicht mehr miterleben, ein tragischer Unfall endete tödlich für ihn: als er Heinrich III. – den Sohn Konrads II. und seit dessen Tod im Jahr 1039 König im Reich – auf seinem Ungarnfeldzug begleitete, brach bei einem Festmahl im ersten Stock einer Burg der Fußboden ein, Bruno und andere Gäste fielen in die darunterliegende Etage. Einige Tage später erlag der Bischof am 27. Mai 1045 seinen schweren Verletzungen. Am 16. Juni fand er seine letzte Ruhestätte in der gerade fertiggestellten Krypta des Würzburger Domes.